W&W kehrt in die Gewinnzone zurück

Neuer Campus von W&W in Stuttgart. Bildquelle: W&W

Im Juli vor einem Jahr hatte W&W eine Gewinnwarnung herausgegeben. Diese Krise ist überwunden, denn das Konzernergebnis nach dem IFRS-Rechnungslegungsstandard stieg im ersten Halbjahr auf 91 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: minus 14 Mio. Euro). Die Combined Ratio im Sachgeschäft verbesserte sich deutlich. Das Kreditneugeschäft in der Baufinanzierung legte fast um 30 Prozent zu.

„Gut, dass 2024 vorüber ist“, kommentierte Konzernchef Jürgen Junker im März 2025 auf der Jahrespressekonferenz in Stuttgart ein aufreibendes Jahr, das Junker zügig abhaken will: Sämtliche Belastungen habe die W&W-Gruppe im Geschäftsjahr vollständig bilanziell verarbeitet, betonte der Manager. Das Abrutschen in den roten Bereich begründete Junker vor allem mit dem Tief „Orinoco“, das den Südwesten Deutschlands Ende Mai bis Mitte Juni 2024 „besonders schlimm“ getroffen habe, mit heftigem Starkregen und daraus folgenden Hochwassern. Sach-Vorständin Zeliha Hanning bezifferte den Schaden, den „Orinoco“ im Konzern verursachte, auf rund 125 Mio. Euro. Hinzu kam ein Hagelereignis in Ludwigsburg, das mit 60 Mio. Euro zu Buche schlug. Beide Ereignisse zusammengenommen verursachten folglich mit über 180 Mio. Euro die Hauptlast des Bruttoschadenaufwands von insgesamt 282 Mio. Euro. Entsprechend liegt die Vermutung nahe, dass W&W Risiken vermehrt selbst getragen hat, um den stark gestiegenen Preisen bei der Rückversicherung zu entgehen. Neben den Unwetterschäden belasteten auch die massiv gestiegenen Reparaturkosten das Geschäft.

Die hohen Kosten im Kfz-Geschäft bleiben erhalten, aber im ersten Halbjahr 2025 gab es keine besonderen Unwetterschäden, die die Bilanz belasteten. Nach dem IFRS-Rechnungslegungsstandard stieg das Konzernergebnis auf 91 Mio. Euro, im Vorjahreszeitraum gab es noch einen Verlust in Höhe von 14 Mio. Euro. Für das Gesamtjahr 2025 wird weiterhin eine deutliche Steigerung des IFRS-Konzernergebnisses zum Vorjahr erwartet. Das HGB-Ergebnis im Einzelabschluss der W&W AG, das im Halbjahr nicht ausgewiesen wird, soll prognosegemäß leicht über dem Niveau des Geschäftsjahres 2024 liegen.

In allen Geschäftsbereichen verzeichnete das Unternehmen im ersten Halbjahr deutliches Wachstum, angetrieben von einem starken Neugeschäft. Besonders die Baufinanzierung legte kräftig zu: Das Kreditneugeschäft wuchs um 27,6 Prozent auf 2,8 Mrd. Euro. Auch die Bausparsumme stieg im Brutto-Neugeschäft um 1,2 Prozent auf 5,7 Mrd. Euro.

Im Versicherungsgeschäft schaffte die Gruppe eine bemerkenswerte Trendwende. Die Schaden- und Unfallversicherung kehrte in die Gewinnzone zurück, was sich in einer stark verbesserten Schaden-Kosten-Quote (Combined Ratio) zeigte: Sie sank auf 83,8 Prozent, nachdem sie im Vorjahreszeitraum noch bei 104,7 Prozent gelegen hatte. Die gebuchten Bruttobeiträge in diesem Segment stiegen um 5,3 Prozent auf 1,9 Mrd. Euro. Auch in den Personenversicherungen gab es Zuwächse. Die Lebensversicherung verzeichnete ein Plus von 5,1 Prozent bei den gebuchten Beiträgen auf 889 Mio. Euro, während die Krankenversicherung sogar um 6 Prozent auf 172 Mio. Euro zulegte.

Autor: VW-Redaktion