Operatives Ergebnis der OVB bricht zweistellig ein

Die OVB ist inzwischen in 16 europäischen Ländern aktiv (Bildquelle: OVB)

Das Geschäft mit Finanzierungen geht aufgrund der Zinswende zurück. Deshalb kämpft die OVB mit sinkenden Umsätzen, eine rückläufige Anzahl an Vermittlern erschwert dem Kölner Finanzvertrieb das Leben zusätzlich. Konzernweit ging das operative Ergebnis im Jahr 2023 um 19 Prozent zurück, allein in Deutschland brach das EBIT um 33 Prozent ein. CEO Mario Freis hat dafür eine einfache Erklärung.

Inflationsbedingt sind die Kosten bei der OVB gestiegen, dazu zählen auch Schulungs- und Vertriebsveranstaltungen. Außerdem fielen höhere Kosten in die Digitalisierung und den allgemeinen Vertriebsausbau an, das steht im Geschäftsbericht 2023 und das wiederholte Konzernchef Mario Freis auf einer Analystenkonferenz. Entsprechend tief ist das EBIT sowohl im Konzern (von 22 auf 17,8 Mio. Euro) als auch auf dem deutschen Markt (von 7,2 auf 4,8 Mio. Euro) gefallen. Auch die Zahl der Finanzvermittler sank in Deutschland um 8 Prozent von 1.219 auf 1.120. Konzernweit gesehen wuchs die Zahl jedoch von 5.772 auf 5.892 Vermittler. 2018 hatte man 4.715 Vermittler. Der Frauenanteil im Vertrieb der OVB-Ländergesellschaften lag Ende 2023 konzernweit bei 45,9 Prozent.

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Freis hob lieber diesen und andere positiven Aspekte des vergangenen Jahres hervor – konkret vor allem den neuen Höchstwert beim Umsatz, zum vierten Mal in Folge. Die Erträge aus Vermittlungen stiegen um 6,7 Prozent auf 354,3 Mio. Euro. In Deutschland sind sie um vier Prozent gesunken. „Zweistelligen Steigerungsraten in den Produktbereichen private Altersvorsorge, Krankenversicherungen und Sachversicherungen standen marktbedingt deutliche Rückgänge im Finanzierungsgeschäft gegenüber“, erklärt der Konzern. Freis sieht in Deutschland eine „solide Basis für weiteres Wachstum“. Man prüfe auch Akquisitionen, aber will vordergründig organisch wachsen. Die Zahl der Kunden erhöhte sich im Berichtszeitraum um 5,4 Prozent auf 4,50 Millionen.

Bildquelle: OVB-Geschäftsbericht

Die OVB ist in 16 Ländern aktiv, man prüft den Einstieg auch in Portugal und Luxemburg. Traditionell gab es in Mittel- und Osteuropa den größten Umsatzsprung um 13,8 Prozent auf 198,5 Mio. Euro. Das EBIT des Segments stieg, trotz inflationsbedingter Kostensteigerungen, umsatzbedingt um 4,5 Prozent auf 19,6 Mio. Euro. In der Region Süd- und Westeuropa stieg der Umsatz im Jahresverlauf leicht von 96,3 Mio. Euro auf 97,2 Mio. Euro.

Bildquelle: OVB-Geschäftsbericht

Konzernweit haben sich vor allem fondsgebundene Vorsorgeprodukte am besten verkauft. Sie machen einen Anteil von 33 Prozent des Neugeschäfts aus. Für die OVB-Aktie lief es nicht gut, der Kurs fiel im Verlauf des vergangenen Jahres von 22 Euro auf 18,80 Euro. Allerdings befinden sich nur drei Prozent der Papiere im Streubesitz und die Kursschwankungen haben daher keine Aussagekraft. Die Mehrheit mit 32,57 Prozent ist in Besitz der Baloise, 31,67 Prozent hält die Signal Iduna Lebensversicherung, 21,27 Prozent die Signal Iduna Krankenversicherung und 11,48 Prozent befinden sich in der Hand der Generali. Für 2024 rechnet Konzernchef Freis mit Erträgen aus Vermittlungen in einer Bandbreite zwischen 360 und 385 Mio. Euro und ein operatives Ergebnis zwischen 17 und 20 Mio. Euro.

Bildquelle: OVB-Geschäftsbericht

Autor: VW-Redaktion

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