Nur die Hälfte der deutschen Vereine ist versichert

Neben Fragen der persönlichen Haftung zeigen die Hiscox-Ergebnisse der Befragung aber auch, dass sich Vereinsmitglieder einer Vielzahl an Risiken und möglichen Schäden bewusst sind (Bildquelle: Stefan Schranz / Pixabay)

Vereine genießen in Deutschland einen hohen Stellenwert. Derzeit existieren in der Bundesrepublik etwa 620.000 eingetragene Vereine – fast jeder zweite Deutsche ist in einem Klub aktiv, sei es nun sportlich, kulturell oder politisch. Um das Risikobewusstsein der deutschen Vereinslandschaft scheint es jedoch nicht sonderlich gut bestellt zu sein.

Laut einer aktuellen Umfrage des Spezialversicherers Hiscox halten 57,8 Prozent der rund 1.000 befragten Entscheider eine Versicherung für Personen- und Sachschäden für sehr wichtig, aber nur knapp die Hälfte (46,6 Prozent) ist dagegen tatsächlich abgesichert. Ein Großteil der befragten Vereinsmitglieder ist sich über das persönliche Haftungsrisiko im Klaren: Über die Hälfte (56,8 Prozent) aller Befragten gibt an, zu wissen, wann sie bei Schadensersatzforderungen persönlich haften.

Noch dazu schätzt knapp ein Viertel (24,8 Prozent) der Befragten Irrtümer oder Fehler durch den Vorstand oder Mitarbeiter als größtes Risiko für den eigenen Verein ein. Auf der anderen Seite kennt jedoch knapp ein Drittel der Befragten (32 Prozent) sein persönliches Haftungsrisiko überhaupt nicht und 11,2 Prozent sind sich unsicher.

Quelle: Hiscox

Neben Fragen der persönlichen Haftung zeigen die Ergebnisse der Befragung aber auch, dass sich Vereinsmitglieder einer Vielzahl an Risiken und möglichen Schäden bewusst sind: Drei von zehn Befragten (29,9 Prozent) halten mögliche Personenschäden bei Dritten für ein großes Risiko. Aber auch Schäden bei einer eigenen Veranstaltung oder Reise (20,3 Prozent) sowie Datenverlust und Datenschutzverstöße (18,4 Prozent) werden als Risiken wahrgenommen. Dennoch geben 29 Prozent an, dass keine der genannten Risiken aus ihrer Sicht relevant sei bzw. dass sie dazu keine Meinung haben.

„Vor allem Vereinsmitglieder in leitender Funktion müssen bei mangelnder Absicherung schnell mit persönlicher Haftung rechnen. Aber auch einfache Sach- oder Personenschäden sowie Vermögenshaftpflichtschäden, die sich in der tagtäglichen Vereinsarbeit selten gänzlich vermeiden lassen, können gerade für kleine Vereine schnell existenzbedrohend werden.“

Mario Hartmann, Underwriting Manager Professional Indemnity & D&O beim Spezialversicherer Hiscox

Im Gegensatz zur aktuellen Cyber-Bedrohungslage in der globalen Wirtschaft ergibt sich aus der aktuellen Hiscox-Vereinsumfrage noch kein Hinweis auf ein ähnliches Risikobewusstsein bei deutschen Vereinen: Zwar nennt knapp ein Fünftel (18 Prozent) der Befragten einen Verstoß gegen den Datenschutz und den Verlust von Daten als das größte Risiko für ihren Verein, und immerhin
sieben Prozent (6,9 Prozent) einen Cyber-Angriff. Dagegen geen lediglich 1,8 Prozent der Befragten an, dass ihr Verein überhaupt über eine Cyber- oder Daten-Versicherung verfügt.

Autor: VW-Redaktion

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