PKV-Rating: Welche Krankenversicherer wie gut durch die Krise kommen

Der PKV-Verband kommuniziert offen, dass die PKV-Beiträge auch im Jahr 2022 für viele steigen werden. Bild von Tumisu auf Pixabay.

Wie schlagen sich derzeit die privaten Krankenversicherer (PKV)? Entsprechende Antworten dazu gibt ein aktuelles Rating von Morgen & Morgen. Die Bilanz fällt jedenfalls durchwachsen aus: Gleich vier Unternehmen schneiden sogar mit „sehr schwach“ ab. Der Rest des Felder kommt ganz gut über die Runden.

Laut Ratingunternehmen weise der Markt für PKV-Vollversicherungen bereits seit Jahren eine relativ stabile Zahl versicherter Personen auf. Die Zusatzversicherungen hingegen steigen laut Morgen & Morgen weiter an. Einbußen im Neugeschäft gebe es aber nur in wenigen Bereichen, etwa der Auslandsreiseversicherung. Manche Versicherer können im Zusatzgeschäft jedoch deutliche Zuwächse verzeichnen, heißt es weiter.

Insgesamt zehn Bilanzkennzahlen fließen in die Bewertung ein. Diese sind:

  • Nettoverzinsung
  • Versicherungsgeschäftliche Ergebnisquote
  • Abschlusskostenquote
  • Verwaltungskostenquote
  • Wachstumsrate natürlicher Personen Vollversicherung
  • Wachstumsrate natürlicher Personen Ergänzungsversicherung
  • Eigenkapitalquote
  • RfB-Quote
  • RfB-Zuführungsquote
  • Bewertungsreservequote

Die Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass die Kostenquoten der KV-Unternehmen insgesamt konstant bleiben. Nur beim Eigenkapital sei ein leichter Rückgang zu verzeichnen. „Noch ist die Pandemie auch für die Privaten Krankenversicherer nicht ausgestanden. Pandemiebedingt höhere Ausgaben in den Bereichen Prävention, Hygienemaßnahmen und Tests standen verminderte Ausgaben aufgrund aufgeschobener Behandlungen gegenüber. Insgesamt wurden so weniger Gesundheitsleistungen in Anspruch genommen“, kommentiert Thorsten Bohrmann, Senior Versicherungsanalyst bei Morgen & Morgen, die aktuelle Marktsituation in der PKV.

„Die Versicherungsgesellschaften sehen mit verpassten Vorsorgebehandlungen, den damit einhergehenden unerkannten Krankheiten als auch mit den Langzeitfolgen von Covid-19-Erkrankungen und Isolation zukünftig steigende Leistungsausgaben auf sich zukommen. Sie reagieren entsprechend und bilden weiterhin zusätzliche Schadenrückstellungen“, ergänzt Bohrmann.

Mit Blick auf die 30 untersuchten Unternehmen zeigt sich jedoch ein heterogenes Bild: Die Höchstbewertung von 5 Sternen („ausgezeichnet“) haben erhalten:

  • Alte Oldenburger
  • Hansemerkur
  • LVM
  • R+V
  • Signal Iduna
  • Universa

Fünf PKV-Anbieter wurden mit der Bewertung 1 Stern („sehr schwach“) bewertet:

  • Bayerische Beamtenkrankenkasse (BBKK)
  • Huk-Coburg
  • Nürnberger
  • Union Krankenversicherung (UKV)
  • vrk Krankenversicherung

Autor: VW-Redaktion

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