Franke & Bornberg: BU-Anbieter verabschieden sich von der Klassik

Katie White auf Pixabay

Die Ratingagentur Franke & Bornberg hat in ihrem jüngsten Map-Report erneut die Stabilität der BU-Versicherer untersucht. Eine wesentliche Erkenntnis: Fast alle Anbieter haben sich vom aktiven Verkauf klassischer Garantieprodukte der dritten Schicht verabschiedet und fokussieren sich nun vor allem auf die Biometrie. Zudem forciere der zunehmende Wettbewerb noch zusätzlich den Preiskampf.  

Die aggressive Preispolitik hat in den vergangenen Jahren bisweilen kuriose Blüten getragen, so die Ratingagentur. Die mit den Jahren immer stärker gestiegene Anzahl an Berufsgruppen sorge beispielsweise für Wanderbewegungen von sogenannten guten Risiken. Dies führe laut Franke & Bornberg zu einer negativen Entmischung der bestehenden Gewinnverbände und damit für Druck auf die Überschussbeteiligung.

Die früher breiter angelegten Gewinnverbände mit vier Berufsgruppen hatten einen anderen Risikomix, der durch Entmischung immer schwerer stabil zu halten ist, da der Ausgleich nicht mehr wie geplant stattfinden kann. Die immer breiter gefächerte Selektion in immer spezifischere Risikogruppen widerspricht nicht nur dem ursprünglichen Versicherungsgedanken. Auch die anfängliche Freude über niedrige Prämien könne dadurch schnell ins Gegenteil umschlagen, wenn Überschüsse nicht mehr gehalten werden können, konstatieren die Analysten von Franke & Bornberg weiter.

Laut Ratingagentur erhielten im jüngsten Map-Report insgesamt 27 Gesellschaften eine Gesamtbewertung. Davon erreichten sechs Anbieter einen Platz in der Spitzengruppe. An 27 weitere Versicherer konnten nur Teilbewertungen vergeben werden, weil wesentliche Daten nicht verfügbar waren. Weitere vier Versicherer unterziehen sich dem umfassenden interaktiven BU-Unternehmensrating von Franke & Bornberg, bei dem der BU-Stabilität ein eigenes Kapitel gewidmet wird.

Spitzenreiter ist demnach die LV1871 mit einer Zielerfüllung von 86,7 Prozent – gefolgt von der Allianz mit 84,2 Prozent, der Swiss Life mit 82,3 Prozent, der Hannoverschen mit 82,2 Prozent, der Continentale mit 81,6 Prozent und dem Volkswohl Bund mit 80,6 Prozent.

Autor: VW-Redaktion

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