Digitale LV ohne konventionelles Sicherungsvermögen und Beratung: Kann Futuro funktionieren?

Frank Genheimer, einer der Produktverantwortlichen von Futuro. Quelle: privat.

Coronakrise, Niedrigzinsen, Regulierungsdebatten; ist das die Zeit für eine neue Lebensversicherung? Futuro, so der Name des neuen Produktes, hat vieles, was modernen Konzepten heute abverlangt wird. Es ist digital, hat eine klar umrissene Zielgruppe und ein fondsbasiertes Konzept. Wie genau es ohne Beratung funktioniert, erklärt Frank Genheimer Co-Founder bei Digital Finance Life (in Gründung). Mit Digital Finance Life können Vertriebe und Versicherer innovative Produktideen schnell, unkompliziert und digital an den Markt bringen.

VWheute: Geben Sie uns bitte ein paar Hintergründe zu Futuro Vorsorge, insbesondere auch zur Zielgruppe.

Frank Genheimer: Futuro Vorsorge ist eine investmentgebundene Lebensversicherung, die als Sparprodukt für die Zielgruppe „Best Ager“ konzipiert ist. Das Produkt besticht durch eine neue Balance aus Sicherheit und Rendite-Chancen. Zudem kommt Futuro Vorsorge mit einem digitalen und schlanken Abschlussprozess sowie übersichtlichen und einfachen Vertragsunterlagen daher. Der Abschlussprozess kommt ganz ohne Unterschrift aus.

Futuro Vorsorge ist aber nicht einfach nur ein neues und digitales Lebensversicherungsprodukt, sondern zugleich auch der Beweis, dass Produktentwicklung in der Lebensversicherung innovativ und schnell sein kann. Und das sogar inmitten der Corona-Zeit. Das Produkt wurde während der Pandemie entwickelt, ohne, dass sich die beteiligten Parteien physisch getroffen haben.

Für die Realisierung von Futuro Vorsorge konnten wir namhafte Mitstreiter gewinnen. Bei unserem neuen modularen Produktentwicklungsansatz steuert jeder der Kooperationspartner ein entscheidendes Puzzle-Teil bei, zum Beispiel die Kapitalanlage oder die Vertragsverwaltung. Damit bündeln wir nicht nur Expertise, sondern können auch eine beschleunigte Markteinführung erreichen.

VWheute: In der heutigen Zeit ein neues Lebensversicherungsprodukt zu lancieren, ist das kühn oder suizidal?

Frank Genheimer: In der Niedrigzinsphase ist es für Sparer und Anleger wichtig, eine Alternative zum Sparbuch zu haben. Null-Zins auf dem Sparbuch und Inflation bedeuten netto betrachtet einen Wertverlust. Für viele scheidet der reine Aktienmarkt aufgrund seiner hohen Volatilität und dem hohen Verlustpotenzial ebenso aus. Aktiencrash, Finanzkrise und jüngst auch der Beginn der Corona-Pandemie haben das Abwärtspotential an den Börsen eindrucksvoll aufgezeigt.

Die im Lebensversicherungsmarkt in der Breite vorherrschenden Sicherungskonzepte sind für den Kunden einfach nicht mehr attraktiv. Die Absicherung von Sicherheiten durch ein einzelnes Unternehmen ist ebenso nicht mehr zeitgemäß. Futuro Vorsorge arbeitet deshalb mit einem neuen Sicherheitskonzept, bei dem die Sicherheit im Produkt von 125 großen Unternehmen in Europa getragen wird.

Um auf die Frage zurückzukommen, ich denke es ist ein wenig kühn und visionär, aber vor allem absolut notwendig. Mit Futuro Vorsorge haben wir eine neue Balance aus Sicherheit und Rendite-Chancen in die Lebensversicherung gebracht, die völlig ohne konventionelles Sicherungsvermögen („Deckungsstock“) auskommt.

VWheute: Der Kapitalschutz wird von „125 Schultern“ getragen. Können Sie das genauer erklären? Wie hoch ist denn die Schutzmauer?

Frank Genheimer: Bei den vielen Schultern handelt es sich um 125 große europäische Unternehmen, die in einem Index zusammengefasst sind. Alle Unternehmen verfügen bei Auflage des Index über ein sogenanntes Investment-Grade-Rating. Dies bedeutet, dass die 125 Unternehmen jeweils über eine Anlagequalität und Bonität verfügen, die als anlagewürdig eingestuft ist.

Treten nun während der Laufzeit eines Versicherungsvertrages bei einzelnen dieser 125 Unternehmen genau definierte Ereignisse (sogenannte Kreditereignisse) ein, dann fallen diese Unternehmen weg und die Sicherheit reduziert sich pro wegfallendes Unternehmen um 1/125.

Schauen wir uns zur Illustration ein Beispiel an: Die Höhe der Sicherheit zum Vertragsende hängt von der ausgewählten Vertragslaufzeit ab. Zum Beispiel beträgt diese aktuell bei einer Laufzeit von sieben Jahren 88 Prozent der Einmalprämie. Bei einer Einmalprämie in Höhe von 10.000 Euro sind das also 8.800 Euro. Würden nun während der Vertragslaufzeit bei zehn der 125 Unternehmen Kreditereignisse eintreten, dann würde sich die anfängliche Sicherheit um 10/125 (= acht Prozent) reduzieren. In dem Beispiel-Vertrag wäre das eine Reduktion der Sicherheit zum Vertragsende von 8.800 EUR auf 8.096 EUR, was immer noch mehr als 80 Prozent der Einmalprämie ist.

Zur besseren Einordnung des Beispiels: In der Vergangenheit sind über alle bisher derart aufgelegten Indizes, und wir reden von einem Zeitraum von über 15 Jahren, pro Index bei maximal vier Unternehmen Kreditereignisse eingetreten. Aber natürlich sind Aussagen zur Vergangenheit keine Garantie für die Zukunft. Es gibt einem aber schon eine gewisse Orientierung.  

VWheute: Das Produkt investiert in den „Futuro Multi-Asset-Index“. Was unterscheidet ihre Vorsorge von anderen fondsbasierten Angeboten?

Frank Genheimer: Zusätzlich zu der Sicherheit partizipiert der Kunde bei Futuro Vorsorge mit seiner gesamten Einmalprämie und über die gesamte Vertragslaufzeit an der positiven Wertentwicklung des passiv gemanagten Futuro Multi-Asset-Index. Und dies zu 100 Prozent. Neben der Sicherheit partizipiert ein Kunde also mit seiner gesamten Einzahlung am Kapitalmarkt.

Die Auszahlung aus dem Versicherungsprodukt am Ende der Vertragslaufzeit setzt sich einfach und transparent aus der Sicherheit und dem Ertrag aus der Partizipation am Index zusammen.

Setzen wir das Beispiel von eben einfach fort: Nehmen wir an, dass der Index über die 7 Jahre Vertragslaufzeit 30 Prozent (also rund 3,8 Prozent pro Jahr) zulegen würde. Der Ertrag durch die Indexpartizipation wäre dann bei einer Einmalprämie von 10.000 Euro genau 3.000 Euro. Zusammen mit der Sicherheit von 8.096 Euro kämen dann nach sieben Jahren genau 11.096 Euro aus dem Vertrag zur Auszahlung. Dies entspricht einer Rendite auf die Einmalprämie von 1,5 Prozent pro Jahr – trotz des beispielhaft angenommenen Ausfalls bei zehn der 125 Unternehmen.

Das Sicherheitskonzept und die Rendite-Chancen sind in einer auf die jeweilige Vertragslaufzeit genau abgestimmten Kapitalanlage vereint. Herausgeber dieser Kapitalanlage ist die renommierte Barclays Bank Plc.

VWheute: Das Angebot gibt es derzeit nur ohne Beratung, warum?

Frank Genheimer: Futuro Vorsorge wird von der Squarelife, dem innovativen Lebensversicherer aus Liechtenstein, herausgegeben und aktuell nur im Direktvertrieb in Deutschland angeboten. Das Produkt ist als Honorartarif konzipiert und wird ohne Beratung angeboten. Selbstverständlich sind auch Produktvarianten für den klassischen Vertrieb verfügbar. Hierzu sind wir mit Vertrieben bereits in Gesprächen.

VWheute: Welche Vertriebsziele haben Sie?

Frank Genheimer: Futuro Vorsorge ist als Blaupause für alle zukünftigen Produktentwicklungen zu sehen. Mit unserem Product-as-a-Service für Vertriebe und Versicherer kann nämlich jede Produktneuentwicklung schnell, einfach und innovativ sein. Die Zeit von Produktentwicklungsprojekten in der Lebensversicherung mit Dauern von einem Jahr und länger ist endlich vorbei.

Mit Futuro Vorsorge haben wir ein flexibel anpassbares Produktkonzept für die Kapitalanlage und Altersvorsorge an den Markt gebracht. Wir können im Handumdrehen z.B. den Multi-Asset-Index gegen einen Fonds-Basket oder einen ESG-Index austauschen oder auch die Laufzeiten und Vertragsparameter (Sicherheitsniveau, Partizipationshöhe) je nach Bedarf unserer Vertriebspartner anpassen.

Der besondere Clou ist, dass sich die Konditionen von Futuro Vorsorge immer am aktuellen Kapitalmarkt orientieren. Der Vertrieb hat also stets ein aktuelles Produkt am Markt, welches sogar im aktuellen Kapitalmarktumfeld hervorragend funktioniert und schon bei leicht steigenden Zinsen seine Überlegenheit weiter ausbauen wird.

Neben Produktvarianten von Futuro Vorsorge oder anderen Sparprodukten können wir aber auch innovative Renten- und Risikoprodukte entwickeln und an den Markt bringen. Und das natürlich auch für andere europäische Märkte inklusive der Schweiz.

Unser oberstes Ziel ist es, weitere Partner, vor allem Versicherer und Vertriebe, zu gewinnen. Mit ihnen zusammen wollen wir neue Produktideen schnell und unkompliziert an den Markt bringen, um zum Wohle des Kunden die Lebensversicherungsbranche innovativ und digital voranzubringen.

Mehr zu Futuro Vorsorge und der neuen Balance bei Sicherheit und Rendite-Chancen finden Sie auf www.Futuro-vorsorge.de. Eine mehrteilige Dokumentation der Produktentwicklung ist auf YouTube verfügbar.

Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Maximilian Volz.

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