Gothaer: KMU fürchten Hackerangriffe und scheuen Cyberschutz

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Quelle: Pete Linforth / Pixabay

Viele kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) fürchten sich vor digitalen Angriffen aus dem World Wide Web. Dennoch scheut eine große Mehrheit den Abschluss einer Cyberversicherung. Dies geht aus der aktuellen KMU-Studie der Gothaer hervor.

Demnach liegt das meist gefürchtetste Szenario des IT-Angriffs bei deutschen Unternehmern mit 44 Prozent noch über der Angst vor menschlichem Versagen (41 Prozent) und dem Betriebsausfall (37 Prozent). Umso verwunderlicher ist es laut Gothaer, dass immer noch 87 Prozent aller kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) keine Versicherung abgeschlossen haben, die sie gegen die Folgen von Cyberattacken absichert.

Vielmehr geben 90 Prozent aller rund 1.000 befragten KMU an, sich mit der Hilfe einer Betriebshaftpflicht gegen die Schadensansprüche Dritter zu schützen. Erst weit dahinter folgen die betriebliche Gebäudeversicherung (56 Prozent) und die Elektronikversicherung (27 Prozent). Eine Cyberversicherung liegt bei nur 13 Prozent Abdeckung bei den KMU.

Ein weiteres Ergebnis: Nur sieben Prozent der Firmen mit einem bis zehn bzw. elf bis 20 Mitarbeitern verfügen über eine entsprechende Versicherung – in der Gruppe der 21 bis 200 Mitarbeiter liegt die Abdeckung schon bei 15 Prozent und bei den Unternehmen bis 500 Mitarbeitern bei 24 Prozent.

Auch bei denjenigen KMU, die planen, in den kommenden zwei Jahren eine Cyberversicherung abzuschließen, zeige sich laut Gothaer: Das Bewusstsein für das Thema ist höher bei den größeren Firmen (21–200 Mitarbeiter: 32 Prozent, 201–500 Mitarbeiter: 30 Prozent). Nur zehn Prozent der KMU mit einem bis zehn Mitarbeitern und 20 Prozent bei denen mit elf bis 20 besetzten Unternehmen beschäftigen sich aktuell mit dem zukünftigen Abschluss einer Cyberpolice.

Entscheidend für den Abschluss ist dabei laut KMU-Studie vor allem der Preis, den 47 Prozent aller Befragten als Kriterium angeben. Zudem wünschen sich 45 Prozent der KMU Assistance-Leistungen im Schadenfall, also etwa die Vermittlung von IT-Experten. 41 Prozent schätzen die Rund-um-die-Uhr-Erreichbarkeit durch eine 24-Stunden-Hotline und 33 Prozent ist zusätzlich wichtig, auch schon vor dem Schadenfall mit Präventionsmaßnahmen wie einem Risikoscan unterstützt zu werden. Weitere 41 Prozent der Befragten geben zudem an, Wert auf einen flexiblen Versicherungsschutz zu legen, der sich individuell den Gegebenheiten ihres Unternehmens anpasst.

„Cybergefahren sollten aber auch von KMU nicht unterschätzt werden. Auch bei kleinen Firmen – sei es der Friseurmeister, die Medienagentur oder der Gas- und Wasserinstallateur – können zum Beispiel Anhänge von Phishing-E-Mails große Schäden anrichten, kann Schadsoftware Kundendaten verschlüsseln oder den Betrieb zum Erliegen bringen. Die Kosten für die Datenwiederherstellung, für den Hardwareaustausch und für die professionelle Unterstützung von IT-Experten können auch bei KMU in die Zehntausende Euro gehen“, erläutert Frank Huy, Leiter Haftpflicht und Financial Lines der Gothaer.

Autor: VW-Redaktion

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