Lebensversicherung: „Digitale Prozesse und KI für Berater und Unternehmen stecken noch in den Kinderschuhen“

Kinderschuhe - Alexas_Fotos auf Pixabay

Schwierig aber chancenreich – so lautet in kurz die Analyse von Jens Arndt, Vorstandsvorsitzender der MyLife-Lebensversicherung zum LV-Markt 2020. Trotz Niedrigzins und konjunkturellen Ungewissheiten sieht er Vertriebschancen. Was soll er als LV-Vorstand sonst auch sagen.

Die weiterhin bestehende Ungewissheit in der wirtschaftlichen Entwicklung, die Niedrigzinsphase und die hohen administrativen Belastungen für den Vertrieb werden die Lebensversicherungsunternehmen in Deutschland auch im kommenden Jahr beschäftigen, stellt Arndt fest.

Geld- und zinspolitisch müsse der Markt das Augenmerk auf die Chefin der Europäischen Zentralbank richten. Christine Lagarde wird an der EZB-Spitze vermutlich den Kurs ihres Vorgängers zunächst fortsetzen, glaubt Arndt. Die Frage sei, wie lange sie das im gesamtwirtschaftlichen Kontext tun wird. Mit einem spürbaren Anstieg des Zinsniveaus ist auf kurze und mittlere Sicht allerdings nicht zu rechnen, glaubt der Experte.

Die wirtschaftliche Entwicklung werde von vielen äußeren Faktoren abhängen: US-Handelspolitik, Iran-Konflikt, Zollstreit oder der Entwicklung der Verschuldung der südeuropäischen Staaten. Wichtig wäre in solch schwierigen Zeiten eine ausreichende IT-Ausstattung, um Kosten zu sparen und schnell auf Entwicklungen reagieren zu können.

Der Vermittler und die LV

Die Digitalisierung – gekoppelt mit den erweiterten Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz (KI) ist für Versicherer und vor allem für den Vertrieb eine große Herausforderung, sagt Arndt. Digitale Prozesse und KI für Berater und Vermittler wie auch für Lebensversicherungsunternehmen würden dabei noch in den Kinderschuhen stecken.

Bei der Vermittlung der Produkte setzt Arndt auf Doppelgleisigkeit. Der deutsche Markt biete Platz für Honorarberatung und provisionsgebundene Vermittlung. Eine gute Beratung sei aber unabhängig von der Vergütung stets nötig.

Diese sei komplex und müsse sich in der Bezahlung der Vermittler widerspiegeln. „Diese Aufklärung zu komplexen Zusammenhängen aus drei Altersvorsorgeschichten und die Vermittlung des für den Kunden richtigen Angebots müssen aufbereitet und leistungsgerecht vergütet werden“, fasst Arndt zusammen.

Autor: VW-Redaktion

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