Das größte Problem der Lebensversicherer sind nicht die Minuszinsen

Ohne Vertrauen kein Geschäft. Bild von bungeeinternational auf Pixabay

Was ist die Grundidee der Altersvorsorge? Ein Mensch gibt auf Dauer Teile seines verdienten Geldes in professionelle Hände und glaubt, dass der Profi den Betrag über einen langen Zeitraum besser anlegen wird, als er das selbst könnte. Glaubt der Sparer das nicht mehr, hat die Branche ein Problem, gegen das selbst die Minuszinsen klein erscheinen. Und genau danach sieht es aktuell aus.

Das Vertrauen in die Altersvorsorge hat im zurückliegenden Jahr erneut abgenommen. Zwar ist der Rückgang nicht so stark wie im Jahr 2018, aber das ist nur ein schwacher Trost.

Nachdem 2017 ein Anstieg beobachtet werden konnte, fielen nun schon im zweiten Jahr in Folge die Einschätzungen zur Sicherheit der gesetzlichen, betrieblichen und privaten Vorsorge hierzulande niedriger aus. Das ergab die jüngste Erhebung für den DIA-Deutschland-Trend Vorsorge. Mit dieser Befragung ermittelt das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) einmal jährlich das Vertrauen in die drei Säulen der Alterssicherung, die Erwartungen an den Lebensstandard im Alter und die Vorsorgeplanungen. Es wurde über 1.000 Personen befragt.

Menschen zweifeln

Die Befragten bewerteten die Verlässlichkeit der verschiedenen Altersvorsorgesäulen auf einer Skala von 0 (schlechtester Wert) bis 10 (bester Wert) ein. Die gesetzliche Rente kam im Jahr 2019 in dieser Einschätzung im Durchschnitt auf 3,9. Im Vorjahr betrug der Wert 4,2 und 2017 sogar 5,7. Die betriebliche Altersversorgung und die private Altersvorsorge schneiden mit 4,8 beziehungsweise 4,7 besser ab, verloren haben sie dennoch, wie diese Grafik zeigt.

Trotz sinkendem Vertrauen in die Altersvorsorge hat die Anzahl der Bürger abgenommen, die von einem sinkenden Lebensstandard im Alter ausgehen. Diese ist mit fast zwei Dritteln zwar erheblich, hat aber gegenüber den beiden Vorjahren „leicht abgenommen“.

Rund 70 Prozent schätzen ihre Vorsorge als unzureichend ein. Aber nur knapp die Hälfte davon plant in den kommenden zwölf Monaten einen Ausbau der Altersvorsorge.

Wahrscheinlich fehlt das nötige Geld – oder das Vertrauen.

Autor: VW-Redaktion

2 Kommentare

  • Mit meiner Geschäftsidee löst sich dieses Mißtrauen in Glaubwürdigkeit auf. Wegen des vollen Verständnisses werden sehr viele Ihre Chance nützen und vorsorgen.Hohe Renditen und damit die Versorgung fast aller ist gesichert..

  • …ist es das, was man von der Altersvorsorge glaubt? Geht es nicht vielmehr darum, dass ich mit der Versicherungsgesellschaft eine „Wette“ eingehen, dass ich länger lebe, als der Aktuar kalkuliert hat?
    Das Hauptproblem ist genau das: Altervorsorge wurde unter Renditegesichtspunkte verkauft – dabei ist es nichts anderes als die Risikoabsicherung meiner Langlebikeit.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

acht + 7 =