Cyberattacken kosten die deutsche Wirtschaft jährlich mehr als 100 Mrd. Euro

Hacker

Quelle: Pete Linforth / Pixabay

Digitale Angriffe kommen die deutschen Unternehmen jedes Jahr teuer zu stehen. Nach Angaben des Digitalverbandes Bitkom entsteht der deutschen Wirtschaft durch Sabotage, Datendiebstahl oder Spionage ein jährlicher Gesamtschaden von 102,9 Mrd. Euro – analoge und digitale Angriffe zusammengenommen. 

So haben digitale Angriffe haben in den vergangenen beiden Jahren bei 70 Prozent der Unternehmen einen Schaden verursacht. Zum Vergleich: Im Jahr 2017 waren es erst 43 Prozent. Demnach sei der entstandene Schaden durch Cyberattacken fast doppelt so hoch wie noch vor zwei Jahren (2016/2017: 55 Mrd. Euro p.a.). Drei Viertel der Unternehmen (75 Prozent) waren in den vergangen beiden Jahren von Angriffen betroffen, weitere 13 Prozent vermuten dies. In den Jahren 2016/2017 wurde nur jedes zweite Unternehmen (53 Prozent) Opfer. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Bitkom-Umfrage unter mehr als 1.000 Geschäftsführern und Sicherheitsverantwortlichen quer durch alle Branchen.

Quelle: Bitkom

Demnach berichtet jedes fünfte Unternehmen (21 Prozent), dass sensible digitale Daten abgeflossen sind, bei 17 Prozent wurden Informations- und Produktionssysteme oder Betriebsabläufe digital sabotiert. Bei jedem achten Unternehmen (13 Prozent) ist die digitale Kommunikation ausgespäht worden. Es wird aber nach wie vor noch oft analog angegriffen. Bei einem Drittel der Unternehmen (32 Prozent) wurden IT- oder Telekommunikationsgeräte entwendet, sensible physische Dokumente, Maschinen oder Bauteile wurden bei jedem Sechsten gestohlen. 

Ein weiteres Phänomen sei das sogenannte Social Engineering. Dabei werden laut Bitkom die Mitarbeiter manipuliert, um an sensible Informationen zu kommen, mit denen dann in einem weiteren Schritt zum Beispiel Schadsoftware auf die Firmenrechner gebracht werden kann. Mehr als jedes fünfte Unternehmen (22 Prozent) war davon analog betroffen, 15 Prozent digital.

Bei fast der Hälfte (46 Prozent) der betroffenen Unternehmen wurden Kommunikationsdaten wie E-Mails gestohlen. Bei jedem vierten Unternehmen sind durch digitale Angriffe jeweils Finanzdaten (26 Prozent), Mitarbeiterdaten (25 Prozent) und Kundendaten (23 Prozent) abgeflossen. Kritische Geschäftsinformationen wie Marktanalysen oder Preisgestaltung sind bei jedem achten Unternehmen (zwölf Prozent) in kriminelle Hände gefallen.

„Umfang und Qualität der Angriffe auf Unternehmen haben dramatisch zugenommen. Die Freizeithacker von früher haben sich zu gut ausgerüsteten und technologisch oft sehr versierten Cyberbanden weiterentwickelt – zuweilen mit Staatsressourcen im Rücken.“

Achim Berg, Präsident des Digitalverbandes Bitkom

Zudem handele es bei den Tätern laut Digitalverband vor allem um ehemalige Mitarbeiter. So gab ein Drittel der Betroffenen (33 Prozent) an, dass sie von früheren Mitarbeitern vorsätzlich geschädigt wurden. Ein knappes Viertel (23 Prozent) sieht vormals Beschäftigte in der Verantwortung, ohne ihnen ein absichtliches Fehlverhalten zu unterstellen.

Vier von zehn Betroffenen (38 Prozent) führen Angriffe auf Einzeltäter bzw. sogenannte Hobby-Hacker zurück. Bei einem Fünftel geht die Spur jeweils zur organisierten Kriminalität (21 Prozent) oder zu konkurrierenden Unternehmen (20 Prozent). Bei zwölf Prozent stammen Attacken von ausländischen Nachrichtendiensten.

Allerdings sei die regionale Herkunft der Angriffe nicht eindeutig zuzuweisen, heißt es weiter. Demnach verorten fast drei von zehn Betroffenen (28 Prozent) den Ursprung der Angriffe in Osteuropa (ohne Russland). Bei ähnlich vielen (27 Prozent) stammen die Attacken aus China, 19 Prozent sehen Russland als Ursprung, dicht gefolgt von den USA (17 Prozent). Für vier von zehn Betroffenen (39 Prozent) gingen kriminelle Handlungen aus Deutschland aus, für ein Viertel (24 Prozent) war die Herkunft unklar.

Autor: VW-Redaktion

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