Beschwerden beim Versicherunngsombudsmann sinken auf niedrigsten Wert seit fünf Jahren

Wilhelm Schluckebier

Dr. h.c. Wilhelm Schluckebier, Richter am Bundesverfassungsgericht I.Senat von 2006-2017, Quelle: (Foto: Klaus Lorenz)

Die Zahl der Beschwerden beim Versicherungsombudsmann sind im ersten Halbjahr 2019 auf den niedrigsten Stand seit fünf Jahren gesungen. Demnach verzeichnete der Streitschlichter für die Versicherungsbranche in den ersten sechs Monaten des Jahres lediglich 9.221 Eingaben. Im gleichen Vorjahreszeitraum waren es noch 9.890 gewesen.

Wie aus früheren Jahresberichten zu entnehmen ist, lag die Zahl zuletzt im Jahr 2014 niedriger (9.007). Der absolute Höchstwert in der Geschichte der Schlichtungsstelle stammt aus dem ersten Halbjahr 2015 mit 11.409 Beschwerden. Dies ergaben Recherchen des Finanzportals boerse-online.de. „Aktuell sind wohl keine Versicherungsthemen in der öffentlichen Wahrnehmung besonders ‚aufregend‘. Sie beruhen vorwiegend auf dem Vorhandensein oder dem Wegfall von aktuellen Themen, die teils durch die Berichterstattung in der Öffentlichkeit, teils durch die Rechtsprechung gesetzt werden, einschließlich deren Wirkung auf spezialisierte Rechtsanwälte“, wird Horst Hiort, Geschäftsführer der Beschwerdestelle, über die möglichen Gründe für den Rückgang zitiert.

Nach den vom bisherigen Ombudsmann Günter Hirsch für 2018 vorgelegten Zahlen gingen die Beschwerdeeingaben sowohl gegen Versicherungsvermittler als auch gegen Versicherungsunternehmen um jeweils knapp fünf Prozent zurück. Und von den 283 (2017: 297) Eingaben gegen Vermittler wurden nur 36,4 Prozent oder 103 als zulässig eingestuft. Und davon betrafen ganze 45 Beschwerden den Bereich der Lebensversicherung. Prozentual betrachtet machen die zulässigen Beschwerden gegenüber Versicherungsvermittlern zwar mit 43,7 Prozent den mit Abstand größten Anteil aus. 2017 hatte dieser Wert aber noch bei 58,6 Prozent gelegen.