Weiler übt Kritik an Versicherern in Sachen BSV und Elementarschutz

GDV-Präsident Wolfgang Weiler. Quelle: GDV

Unabhängig davon, wer die Regierung stellt, die Herausforderungen bleiben für GDV-Präsident Dr. Wolfgang Weiler die gleichen: Klimawandel, Nachhaltigkeit und der Neustart der Altersvorsorge. In der Corona-Pandemie hat die Branche sich bei Warenkreditversicherung oder der Reiseinsolvenzabsicherung positiv hervorgetan, bei BSV und der Versicherungsdichte beim Elementarschutz gebe es jedoch Luft nach oben, sagte Weiler auf der GDV-Mitgliederversammlung.

Wie schon 2020 fand das Treffen virtuell statt. GDV-Präsident Dr. Wolfgang Weiler und Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen haben die Sitzung geführt, bei der in diesem Jahr keine Präsidiumswahlen anstanden. In seiner Rede betonte Weiler das Erreichte im vergangenen Jahr. “Beispiele dafür sind zuallererst unsere Nachhaltigkeitspositionierung, die Pandemie-Versicherungslösung und nicht zuletzt die konstruktiven Ansätze zur Lösung von Kollateralschäden der Corona-Pandemie, namentlich in der Warenkreditversicherung oder der Reiseinsolvenzabsicherung.”

Ein voller Erfolg sei der Schutzschirm, den die Bundesregierung und die Kreditversicherer im Frühjahr 2020 zur Absicherung der Lieferantenkredite gemeinsam gespannt haben. Stolz sei er auch darauf, dass es der Branche in Rekordzeit gelungen sei, einen Großteil der Belegschaften fit für das mobile Arbeiten zu machen.

Weniger glücklich ist Weiler jedoch mit den rechtlichen Auseinandersetzungen um die Betriebsschließungsversicherung, die inzwischen den Bundesgerichtshof erreicht haben. “Wie auch immer die Urteile durch den BGH demnächst ausfallen – mit den Urteilsgründen sollten wir uns selbstkritisch auseinandersetzen.” Denn der Reputationsschaden, der uns in diesem Zusammenhang ereilt hat, dürfte auch auf die Diskussion um ein Pandemie-Absicherungssystem ausstrahlen, für das wir in den vergangenen zwölf Monaten intensiv geworben haben, so Weiler.

Beim Klimawandel und Elementarschutz braucht es auch Unterstützung aus der Politik

Bei der Bewältigung der Flutkatastrophe im Juli konnten die Menschen auf Versicherer vertrauen. “Dennoch müssen wir selbstkritisch feststellen: Es ist uns in den vergangenen Jahren trotz vielfältiger Anstrengungen nicht gelungen, die an sich gebotene Versicherungsdichte bei der Elementarversicherung zu erreichen. Trotz Zusammenarbeit mit Ländern und Verbraucherschutz, trotz Informationsschreiben und persönlicher Ansprache unserer Vermittler – es fehlte die notwendige Unterstützung der Politik, die den letzten Anstoß für den unerlässlichen Risikoschutz hätte auslösen und die Lethargie vieler Verbraucher überwinden können.”

In diesem Zusammenhang macht Weiler darauf aufmerksam, dass man in Sachen Klimapolitik ein neues Gesamtkonzept brauche, “mit Aufklärung, verbindlichen Maßnahmen zur privaten und staatlichen Prävention und einer Versicherung, die den materiellen Schaden kompensiert.”

Der GDV gehe seiner Meinung nach mit konkreten Zielmarken voran

  • Wir wollen unsere Geschäftsprozesse bis 2025
    klimaneutral gestalten.
  • Wir wollen unsere Kapitalanlagen bis 2050 klimaneutral investieren und dabei fortlaufend zeigen, dass wir vorankommen.
  • Und wir wollen unserer Versicherungsaktivitäten und
    Produkte sukzessive an ESG-Kriterien ausrichten.

Im Spannungsfeld zwischen Garantien und Chancen

Was den Neustart bei der Altersvorsorge angeht, steht der GDV “für ein im Kern freiwilliges und privatwirtschaftliches Angebot, das sich im Wettbewerb misst und durch Staatsferne Eigentumsrechte garantiert. Wir wissen, auf welche Reformkonzepte für die kapitalgedeckte Altersvorsorge sich die Branche vorbereiten muss. Da geht es um das Spannungsfeld zwischen Garantien und Chancen. Und da geht es auch um Kosten, dem Hauptkritikpunkt bei der Riester-Rente. Wir bringen uns mit Ideen und Angeboten in den politischen Prozess ein. Aber dabei muss eine Sache ganz klar sein: Renditestärkere und kostengünstigere Produkte gibt es nicht ohne eine durchgreifende Reform und Entschlackung des gesetzlichen Rahmens.”

Autor: VW-Redaktion

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