Zitzmann: „Ein Lockdown, wie wir ihn erlebt haben, ist in keinem Modell vorgekommen“

Armin Zitzmann, Vorstandsvorsitzender der Nürnberger. Quelle: Nürnberger

Der Folgen der Corona-Pandemie hat auch die Versicherungsbranche bislang schwer getroffen. Ein Grund: „Es gibt zwar Versicherungsmodelle, in denen berücksichtigt wird, dass ein Virus weit um sich greifen kann. Ein Lockdown, wie wir ihn erlebt haben, ist allerdings in keinem Modell vorgekommen“, konstatiert Nürnberger-Vorstandschef Armin Zitzmann.

Für die Region Mittelfranken rechnet der Versicherungsmanager und Präsident der IHK Nürnberg zwar mit „Pleiten – in welchem Ausmaß, ist seriös noch nicht abzuschätzen. Es gab und gibt alle möglichen Hilfen, damit an sich gesunde Firmen, die wegen Corona massiv unter Druck sind, überleben. Wenn Unternehmen allerdings quasi im Dauer-Lockdown sind, weil – Beispiel Hotellerie, Gastronomie und die Touristikbranche – keine Gäste kommen und kaum einer in ein Flugzeug steigt, dann stellt sich die Frage: Wie lange kann eine Firma, ein Selbstständiger das durchhalten?“

Zudem bestehe „grundsätzlich die Gefahr, dass Unternehmen mit dem Instrument Kurzarbeit schmerzhafte, aber notwendige strukturelle Anpassungen noch länger hinauszögern – und das ist nicht gut, weder für die Firmen noch für den Steuerzahler“, konstatiert Zitzmann im Interview mit der Online-Ausgabe der Nürnberger Nachrichten.

Kritik über er auch an der lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB): „In Sonderfällen wie der Finanzmarktkrise vor gut zehn Jahren oder jetzt der Corona-Pandemie ist die lockere Geldpolitik richtig – aber nicht in den Jahren dazwischen. Die extreme Niedrigzinspolitik erleichtert eine ständig steigende Neuverschulung von Staaten – ich denke da vor allem an südeuropäische Mitgliedsländer -, gleichzeitig fehlt durch das billige Geld der notwendige Druck zu strukturellen Reformen. Und für die jüngere Generation wird es durch die EZB-Politik immer schwieriger, sich ein finanzielles Polster aufzubauen und für später vorzusorgen.“

Autor: VW-Redaktion

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