Schrehardt: „Die Beratung in der bAV & Vorsorge wird immer komplexer“

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Der Kompass für die Beratungspraxis ist der Titel einer neuen Reihe, die ab sofort viermal im Jahr mit Beiträgen zur betrieblichen Altersversorgung & privaten Vorsorge im Verlag Versicherungswirtschaft erscheint. VWheute hat darüber mit den beiden Herausgebern, Henriette Meissner und Alexander Schrehardt, des Kompass gesprochen.

VWheute: Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zur Erstausgabe des Kompass. Was ist denn das Ziel der neuen Reihe?

Alexander Schrehardt: Die Beratung in der bAV & Vorsorge wird immer komplexer: neue Tarife und Tarifvarianten, Rechtsprechung, gesetzliche Vorgaben fordern den guten Berater. Dafür braucht er solide und zugleich gut verständliche Unterstützung bei seiner Weiterbildung. Und so toll auch Seminare und Online-Seminare sind, braucht es natürlich auch solide und zugleich gut verständliche Ausarbeitungen und Checklisten.

Das liefert der Kompass mit aktuellen Artikeln von kompetenten Autorinnen und Autoren. In der ersten Ausgabe schaue ich mir z.B. intensiv die sogenannte „gelbe Schein“-Regelung an und arbeite heraus, auf was Beraterinnen und Berater achten müssen.

Henriette Meissner: Es gibt mittlerweile gute Einführungswerke für die betriebliche Altersversorgung, wie z.B. „den Butler“. Der Kompass schließt die Lücke zwischen der Einführungsliteratur und der meist juristisch geprägten Kommentarliteratur.

Damit ist der Kompass ein toller Begleiter bei der eigenen Ausbildung und der späteren Weiterbildung und vor allem für die Umsetzung vor Ort. Und mal ehrlich: Wer hat denn wirklich immer Zeit alle relevanten Themen auszuarbeiten? Der erste Kompass hat zum Beispiel eine komplette Aufarbeitung der neuen versicherungsvertraglichen Lösung – das wird den Beratern helfen, die hier die von ihnen betreuten Arbeitgebern und Personalabteilungen zu unterstützen.

VWheute: Was sind denn die Themenschwerpunkte des Kompass?

Alexander Schrehardt: Wir haben uns ganz bewusst dafür entschieden, den Kompass auf die betriebliche Altersvorsorge und private Vorsorgeinstrumente, insbesondere in der Biometrie zu fokussieren. Das sind die Wachstumsfelder der letzten Jahre und auch der Zukunft. Dort müssen die Berater „sattelfest“ sein. Ein weiteres wichtiges Thema sind die Veränderungen in der deutschen Gesellschaft und – damit verbunden – eine an geänderte Rahmenbedingungen adaptierte Vorsorgeberatung.

Henriette Meissner: In der betrieblichen Altersversorgung geht es vor allem um Themen der Praxis, die für die Beratung aufbereitet werden. Die erste Ausgabe des Kompass ist dafür ein gutes Beispiel: Beratung in der aktuellen Coronakrise: Was bedeutet das bei Gesellschafter-Geschäftsführern, auf was muss ich beim Bezugsrecht achten? Was muss der Berater bei der Umsetzung der gesetzlichen Änderungen zur versicherungsvertraglichen Lösung oder zur PSV-Pflicht für Pensionskassen beachten? Was hat das Bundesarbeitsgericht Neues zu den Beratungspflichten des Arbeitgebers gesagt?

Zusätzlich wollen wir zukünftig auch immer wieder einen Blick auf so wichtige Dinge, wie Datenschutz oder vertragliche Regelungen und zwar in der konkreten Umsetzung werfen.

VWheute: Gibt es denn überhaupt genug interessante Themen?

Alexander Schrehardt: Dank der Innovationskraft der Versicherer, die immer wieder neue Produkte und neue Produktvarianten kreieren, gehen uns die Themen auf absehbare Zeit nicht aus. Da brauchen die Beraterinnen und Berater immer einen guten Überblick und sie müssen die „Knackpunkte“ der Tarife kennen. Da will der Kompass – der Name ist ja nicht zufällig gewählt – Orientierung geben. Im aktuellen Buch schauen wir uns daher z.B. sehr genau die Absicherung der Berufsunfähigkeit bei Kindern und Jugendlichen an.

Henriette Meissner: In der betrieblichen Altersversorgung versorgen uns Gesetzgebung und Gerichte ständig mit neuen Themen. Gerade haben wir die Insolvenzsicherung der Pensionskassen und eine Neuregelung der versicherungsvertraglichen Lösung bekommen – das sind natürlich Topthemen im Kompass.

VWheute: Welcher Beitrag im ersten Kompass ist denn aus Ihrer Sicht ein absolutes „Muss“?

Alexander Schrehardt: Die vorvertragliche Anzeigepflicht steht ja immer im Mittelpunkt der Diskussion gerade bei Biometrieprodukten. Dabei wird häufig die Gefahr übersehen, die sich aus der vertraglichen Anzeige von Gefahrenerhöhungen während der Laufzeit ergeben. Das ist aus meiner Sicht ein „Mussbeitrag“, insbesondere auch für Makler aufgrund der Sachwalterpflichten.

Henriette Meissner: Da geben Sie mir ja die Qual der Wahl. Ich würde auf jeden Fall die Analyse von Rechtsanwältin Margret Kisters-Kölkes zu den Beratungspflichten des Arbeitgebers ganz hoch priorisieren. Hier hat das Bundesarbeitsgericht am 18. Februar 2020 seine bisherige Rechtsprechung weiterentwickelt und da müssen wir alle natürlich in der Praxis „die Ohren spitzen“.

VWheute: Ganz praktisch gefragt, wie ist denn der Kompass erhältlich?

Alexander Schrehardt: Der Verlag VVW hat da wirklich eine ganz pfiffige Lösung entwickelt. Der Kompass wird viermal im Jahr als Buch mit ca. 120-140 Seiten erscheinen. Jeder Kompass kann natürlich als Einzelausgabe bestellt werden.

Sehr interessant ist allerdings das Abonnement der Reihe: Nicht nur ist das viel günstiger, sondern jeder Abonnent hat zusätzlich Zugang zum Kompass als blätterbare E-Paper-Ausgabe, hat Zugang zum Kompassnewsletter und erhält Sonderausgaben des Kompass / online-Module zu vergünstigten Konditionen.

Henriette Meissner: Sehr schön ist auch die Möglichkeit zu Staffelpreisen. Wir haben gerade für unsere relevanten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter draußen vor Ort den Kompass zum attraktiven Staffelpreis bestellt. Das ist eine sehr gute Möglichkeit zur Qualitätssicherung der Fortbildung.

VWheute: Können Sie uns zum Abschluss einen Überblick über die Beiträge des ersten Kompass geben?

Henriette Meissner: Vieles haben wir schon angerissen. In der betrieblichen Altersversorgung sind das folgende Beiträge.

  • Beratungspflichten des Arbeitgebers/Vermittlers nach dem neuesten Urteil des Bundesarbeitsgericht
  • (RA Margret Kisters-Kölkes)
  • Die Umsetzung der neuen versicherungsvertraglichen Lösung (Dr. Henriette Meissner)
  • Beratung zum Bezugsrecht in der Pandemie (Dr. Susanne Marian)
  • Sicherheit für die GGF-Versorgung (Dr. Claudia Veh)

Alexander Schrehardt: In der Biometrie haben wir folgendes für die erste Ausgabe ausgewählt.

  • Die deutsche Gesellschaft verändert sich – Muss die Versicherungsbranche Vertrieb neu denken? (Alexander Schrehardt)
  • Absicherung des „Berufsunfähigkeitsrisikos“ von Kindern und Jugendlichen (Alexander Schrehardt)
  • Anzeige einer Gefahrerhöhung nach Versicherungsbeginn (Alexander Schrehardt)
  • Die „Gelbe-Schein-Regelung“ in der Berufsunfähigkeitsversicherung – Haftungsrechtliche Stolperfalle oder tariflicher Mehrwert? (Alexander Schrehardt)

Autor: VW-Redaktion

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