„Wir für Gesundheit“-Chef Silvio Rahr im Interview: „Der Debeka-Einstieg ist ein logischer und wichtiger Schritt“

Silvio Rahr, Geschäftsführer bei "Wir für Gesundheit". Quelle: Martina van Kann

Der größte private Krankenversicherer übernimmt ein Drittel an „Wir für Gesundheit“. Welche Änderungen hat das für das Qualitätsnetzwerk medizinischer Leistungserbringer und die betriebliche Krankenversicherung (bKV)? Ein Gespräch mit dem Geschäftsführer des Netzwerkes, Silvio Rahr.

VWheute: Die Debeka ist bei „Wir für Gesundheit“ noch größer eingestiegen. Was bedeutet das für ihre Arbeit, was verändert sich dadurch?

Silvio Rahr: Wir arbeiten schon seit 2014 vertrauensvoll mit der Debeka zusammen. In dem Jahr haben wir die PlusCard gemeinsam entwickelt. Über die Jahre haben wir sowohl unsere Zusammenarbeit bezüglich der Produktweiterentwicklung als auch in der Vertriebskooperation immer weiter intensiviert. Dass die Debeka nun bei uns Gesellschafter geworden ist, ist ein logischer und für mich wichtiger Schritt. Zugleich ist es eine Bestätigung für unsere gemeinsame Mission, dass die betriebliche Krankenversicherung in Deutschland noch attraktiver und erfolgreicher wird.

VWheute: Sie bieten eine betriebliche Krankenzusatzversicherung, wer sind auf Unternehmensseite ihre Kunden, eher große oder mittlere Häuser?

Silvio Rahr: Es gibt keine Branche, die sich nicht mit Mitarbeiterbindung und -gewinnung beschäftigt. Wegen des akuten Fachkräftemangels ist das wirklich ein Top-Thema für Unternehmen. Unsere Kunden sind viele kleine und mittelständische Unternehmen, aber auch Mittelstandsunternehmen – quer durch alle Branchen. Die Entscheidungswege von großen Unternehmen sind oft sehr lang.

VWheute: Wie wollen sie dafür sorgen, dass die betriebliche KV in Deutschland weiter Fuß fasst. Warum wird sie gebraucht?

Silvio Rahr: Wenn wir über den Tellerrand Richtung Skandinavien schauen, zeigt sich, dass dort weit über 30 Prozent der Mitarbeiter eine betriebliche Krankenversicherung haben. Dort gehört das quasi zur Grundausstattung – nicht nur für Unternehmen, die sich damit als besonders fürsorglich und sozial präsentieren wollen. Wir konnten bereits im letzten Jahr den größten Zuwachs bei neu mit einer bKV abgesicherten Mitarbeitern verzeichnen. Anders als die betriebliche Altersvorsorge, die im Alter wichtig ist, bietet die betriebliche Krankenversicherung Leistungen, die sofort wirken. Zudem ist der Wert der Absicherung größer ist als der eigentliche Preis, der privat zu den Konditionen gar nicht zu erhalten ist.

VWheute: Welche Wachstumschancen sehen sie im bKV-Markt und was unterscheidet sie von anderen Anbietern?

Silvio Rahr: „Wir für Gesundheit“ ist keine Versicherung: Mit der Debeka gemeinsam haben wir ein Tarifwerk entwickelt, was eine betriebliche Krankenversicherung mit dem qualitativ besten Leistungserbringernetzwerk verbindet. Alle Partnerkliniken des Netzwerks weisen jährlich ihre hohe Qualität nach. Zudem unterscheidet uns von Mitbewerbern unser Managed Care System. Wir kümmern uns: mit unserem Facharzt-Terminservice, der für PlusCard-Inhaber Termine bei Experten aus dem Netzwerk sowie die Zweitmeinung für alle Diagnosen koordiniert.

Auch künftig werden wir uns damit beschäftigen, was wichtig und innovativ ist, um die Gesundheitsversorgung von Mitarbeitern durch eine Zusatzpolice des Arbeitgebers zu verbessern. Das Wachstum der letzten Jahre wollen wir weiter ausbauen und sehen da viel Potenzial.

VWheute: Hat Corona die Nachfrage der Arbeitgeber erhöht, welche Auswirkungen hatte das Virus auf ihr Geschäft?

Silvio Rahr: Die Pandemie hat allen gezeigt, dass das Thema Gesundheit das Allerwichtigste ist und es hat das Bewusstsein der Arbeitgeber einmal mehr für das Thema Mitarbeitergesundheit geschärft.

Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Maximilian Volz.

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