„Online-Lernformate werden sich immer mehr durchsetzen“

Quelle: Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

„Wer heute anspruchsvolle Privatkunden und Unternehmen auf hohem Niveau beraten will, braucht eine aussagekräftige berufliche Qualifikation – idealerweise auf Hochschulniveau“, glaubt Ulrike Hanisch, Vorstand des Campus-Instituts. Im Exklusiv-Interview mit der Versicherungswirtschaft skizziert sie die Bedeutung der Weiterbildungsprogramme für den Vermittler.

Ulrike Hanisch, Vorstand des Campus Instituts Quelle_ ebenda.

VWheute: Hat die Bedeutung von Weiterbildung zugenommen? Was ist heute anders als vor fünf oder zehn Jahren?

Ulrike Hanisch: Gerade in der Finanz- und Versicherungsbranche hat Weiterbildung enorm an Bedeutung gewonnen. Dies liegt natürlich auch an der in den letzten Jahren eingeführten Versicherungsvertriebsrichtlinie IDD. Seitdem müssen sich alle im Versicherungsvertrieb Tätige mindestens 15 Stunden pro Jahr weiterbilden. Abgesehen davon ist es aufgrund ständiger Veränderungen generell wichtiger geworden, regelmäßig Seminare zu besuchen, um fachlich auf dem neusten Stand zu bleiben.

Weiterbildung ist heute aber viel mehr: sie ist auch zu einem entscheidenden Baustein beim Verfolgen von Karrierezielen geworden. Zum Beispiel sind Führungspositionen im Vertrieb oder auch in Spezialgebieten wie der betrieblichen Altersversorgung inzwischen meist denjenigen Mitarbeitern vorbehalten, die sich mit einem passenden Studium oder Lehrgang weitergebildet haben. Hinzu kommt: Wer heute anspruchsvolle Privatkunden und Unternehmen auf hohem Niveau beraten will, braucht eine aussagekräftige berufliche Qualifikation – idealerweise auf Hochschulniveau.

VWheute: Wie haben sich die Bedürfnisse Ihrer Kunden geändert und wie tragen Sie dem mit Ihrem Angebot Rechnung?

Ulrike Hanisch: Für unsere Teilnehmer wird es immer wichtiger, stets aktuelles Fachwissen – auch in digitaler Form – zu erhalten. So wird eine zeitnahe Schulung bei gesetzlichen Änderungen ebenso erwartet wie regelmäßige Updates zu aktuellen Versicherungs- und Finanzthemen. Seit einigen Jahren gibt es am Campus Institut ein Flatrate-Angebot, bei dem man sich ein Paket aus Webinaren und Präsenz-Seminaren individuell zusammenstellen kann.

Digitale Lernmethoden werden von uns vor allem gezielt eingesetzt, z.B. kann man eine Reihe von Webinaren live und interaktiv vom eigenen PC oder von unterwegs aus verfolgen. Der Vorteil von Tagesveranstaltungen in Präsenz ist die Netzwerkpflege und der persönliche Austausch vor Ort – für bestimmte Themen ist dies nach wie vor von großer Bedeutung.

VWheute: Wird die Aus- und Weiterbildung immer akademischer? Werden dadurch Menschen mit niedriger oder mittlerer Schulbildung ausgeschlossen bzw. der Zugang erschwert?

Ulrike Hanisch: Grundsätzlich gilt, dass an Hochschulen erreichte Weiterbildungen eine immer größere Rolle spielen. Gleichzeitig werden die Systeme aber auch durchlässiger z.B. kann ein weniger hoher Schul- oder Studienabschluss durch mehr Berufspraxis ausgeglichen werden. So ermöglichen wir den Zugang zu unseren Hochschulweiterbildungen auch Bewerbern ohne Abitur, also mit Mittlerer Reife, Berufsausbildung und Berufserfahrung. Die Erfahrung zeigt, dass es nicht immer auf die Vorqualifikationen ankommt, sondern dass eine gute Studienleistung auch durch hohes Engagement und Motivation erreicht werden kann.

VWheute: Wie wird sich die Weiterbildung in der Branche entwickeln, welche Trends erkennen Sie?

Ulrike Hanisch: Aktuell beobachten wir, dass sich viele Vermittler schon im jungen Lebensalter berufliche Ziele setzen und diese konsequent verfolgen. Dafür brauchen sie schon am Beginn ihrer Laufbahn die passenden Weiterbildungen. Hinzu kommt, dass in vielen Unternehmen eine fachliche Qualifikation als Basis für eine erfolgreiche Vertriebskarriere gern gesehen wird. Deshalb unterstützen immer mehr Firmen ihre Mitarbeiter beim Erreichen von Weiterbildungszielen.

Gerade mit unseren Studienangeboten Finanzfachwirt/-in (FH) und Betriebswirt/-in bAV (FH) eröffnen sich dieser Zielgruppe hervorragende Perspektiven im Finanz- und Versicherungsvertrieb. Außerdem gehe ich davon aus, dass sich Online-Lernformate immer mehr durchsetzen werden. So werden neue technische Möglichkeiten dafür sorgen, dass Bildung immer flexibler, zeitsparender und für mehr Menschen an verschiedenen Standorten verfügbar sein wird.

Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Maximilian Volz.

Das vollständige Interview lesen Sie in der April-Ausgabe der Versicherungswirtschaft.

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