Mummenthaler: „Künstliche Intelligenz wurde sehr stark gehypt“

Was bringt die Künstliche Intelligenz den Versicherern? Für Christian Mummenthaler, Vorstandschef der Swiss Re, wurde das „Thema Künstliche Intelligenz wurde sehr stark gehypt“. Seine Begründung: „IT wird natürlich ein Treiber sein, dabei gibt es jede Menge Algorithmen, die heutzutage alle unter dem Stichwort Künstliche Intelligenz laufen.“

Zudem gebe es bei den Technologien „auch keine Differenzierung für die Unternehmen, denn alle werden durch IT-Firmen Zugriff auf diese Technologien haben. Bei den Daten ist das anders, die hat nicht jeder. Hier ändern sich auch ständig die Regulierungsvorschriften. Das wird die große Herausforderung sein, Daten regulatorisch konform zu halten, zu verwenden und zu verwalten. Das ist aus meiner Sicht spezifischer und interessanter“, konstatiert er im Handelsblatt-Interview.

Wesentlich relevanter ist jedoch noch das Thema Klimawandel und die damit verbundene Furcht, dass damit auch die Gefahr von Naturkatastrophen sowie Großschäden steigt. So brauche man „einen wissenschaftlich glaubhaften Plan, aber die Einigung aller Staaten ist gar nicht notwendig. Es geschieht heute schon viel, aber die Einzelmaßnahmen von Firmen, Regierungen, NGOs sind einfach nicht effektiv koordiniert. Dies würde sich mit einem Gesamtplan ändern. Gerade Klimaschützer sollten großes Interesse daran haben. Zusammenarbeit ist hier das entscheidende Schlüsselwort.“

Zudem hält es der Vorstandschef des Schweizer Rückversicheres für „sehr wahrscheinlich, dass die Rekordsumme innerhalb der nächsten zehn Jahre erneut überschritten wird. Das liegt zum einen am Klimawandel, aber auch an der Wertkonzentration in sehr gefährdeten Gebieten der Welt wie in Kalifornien, Florida oder an der chinesischen Küste.“

Und was tut der Privatmensch Mummenthaler gegen den Klimawandel? “ Zu Hause haben wir schon seit mehr als zehn Jahren eine Pelletsheizung mit Solaranlage und kaufen nur Ökostrom ein. Zudem haben wir ein Elektroauto. Trotzdem fahre ich jeden Tag mit dem Zug zur Arbeit, weil ich noch nie gerne Auto gefahren bin. Aber auf das Fliegen kann ich in meiner Rolle natürlich nicht verzichten, deswegen sehe ich mich auch nicht als Vorbild. Das Fliegen bleibt eine der schlimmsten Umweltsünden“.

Autor: VW-Redaktion