100 Fragen zur Cyberversicherung

Hacker

Quelle: Pete Linforth / Pixabay

Das Produkt der Cyberversicherung ist in Deutschland erst seit dem Jahr 2012 bekannt. Die Entwicklung des Marktes für derartige Versicherungen vollzieht sich zwar mittlerweile schneller als noch vor sieben Jahren, sie kann aber noch lange nicht als abgeschlossen betrachtet werden. Denn die Marktdurchdringung liegt deutlich unter 30 Prozent und das Know-how auf Anbieter-, Vermittler- und Käuferseite steck noch in den Kinderschuhen.

Mit Hilfe von 100 Fragen will Thomas Pache vom GDV eine entsprechende Orientierungshilfe geben. VWheute wird im Rahmen einer kleinen Miniserie einige Fragen augewählt, die in den kommenden Tagen hier erscheinen werden.

Heute: Warum wird behauptet, dass die Cyberrisiko-Versicherung eine „große“ Zukunft hat?

Natürlich sind viele der sog. Whitepaper oder Reports von sog. Stakeholdern mit gewissen Intentionen verfasst worden. Insofern kann man sicherlich über die quantitativen Vorhersagen unterschiedlicher Meinung sein, aber grundsätzlich lässt sich festhalten, dass sich gerade seit der Jahrtausendwende eine Reihe bedarfsrelevanter Faktoren teilweise rasant verändert hat.

Die Entwicklung entsprechender Risikotransferprodukte wird daher recht positiv beurteilt. So prognostiziert eine KPMG-Studie aus 20171 für das Jahr 2036 der Cyberversicherung in Deutschland sogar ein jährliches Bruttoprämienvolumen zwischen 6,5 und 26 Mrd. Euro.

Inwiefern das z. B. in der KPMG-Studie vorhergesagte Wachstum des Cyberversicherungsmarktes erreicht werden kann, hängt u. a. von der Kapitalverfügbarkeit (Leitzins) und dem Know-how des Managements und der Underwriter auf Seiten der Versicherer ab. Hierbei besteht die Gefahr, dass zu ehrgeizige Wachstumsziele in kurzer Zeit, gepaart mit mangelndem Underwriting-Know-how auch zu einem digitalen „Asbestfall für Versicherer“ führen könnten.

Autor: VW-Redaktion

Das Buch „100 Fragen zur Cyberversicherung“ von Thomas Pache ist erschienen beim Verlag Versicherungswirtschaft VVW GmbH.