Zu kleiner Bestand: Arag kündigt Kfz-Verträge
Arag-Hauptsitz in Düsseldorf. Bildquelle: Arag
Kürzlich verkündete die Arag ihren Rückzug aus dem australischen Markt. Nun verabschiedet sich der Rechtsschutzversicherer hierzulande auch aus dem Kfz-Segment. Ohnehin gab es kein Neugeschäft in der Sparte. Interessierte Kunden konnten seit 2010 nur über Helvetia eine Kfz-Police erhalten.
Rund 1.000 Kfz-Verträge hat Arag noch im Bestand und diese werden zum 31. Dezember 2025 vonseiten des Versicherers gekündigt. Das hat Procontra aus einem Schreiben der Arag an ihre Kfz-Kunden in Erfahrung gebracht. „Aufgrund dieser kleinen Bestandsgröße ist ein weiterer wirtschaftlicher Betrieb und auch eine Übertragung auf einen anderen Versicherer nicht sinnvoll“, wird ein Arag-Sprecher im Bericht zitiert.
Seit 2010 besteht zwischen Helvetia und Arag eine Vertriebspartnerschaft, bei der Arag die Kfz-Versicherungen von Helvetia über den eigenen Außendienst vermittelt. Im Gegenzug vertreibt der Schweizer Versicherer seitdem Rechtsschutzversicherungen der Arag, da Helvetia hierzulande kein eigenes Rechtsschutzgeschäft aufweist. Im selben Jahr verkaufte Arag seine auf internationale Schadenregulierung und Servicedienstleistungen spezialisierte Tochtergesellschaft, die Interiura International AG, an die niederländische CED International B.V.
Um sich dem Kerngeschäft zu widmen und den Ausbau der internationalen Rechtsschutzaktivitäten zu forcieren, hat sich Arag schon früher von ganzen Sparten verabschiedet. 2016 ging das Lebensversicherungsgeschäft an die Frankfurter-Leben-Gruppe über. Dieser umfasst 322.000 Versicherungsverträge mit 2,8 Mrd. Euro Kapitalanlagen und 220 Mio. Euro Beiträgen. Die Beiträge entsprachen damals rund 13 Prozent des Umsatzes der Düsseldorfer Mutter.
Dass man auch im Rechtsschutzgeschäft notfalls den Stecker ziehen muss, verdeutlichte die Verkündung am vergangenen Freitag. Nach knapp sechs Jahren zieht sich Arag aus dem australischen Markt zurück. „Die Geschäftserwartungen haben sich nicht erfüllt, sagte CEO Renko Dirksen.
Autor: VW-Redaktion
