Allianz X investiert in US-Assekuradeur Ledgebrook

Allianz-X-Büro in München. Bildquelle: mst

Der Investmentarm der Allianz Gruppe beteiligt sich an einer Finanzierungsrunde über insgesamt 200 Millionen US-Dollar an dem 2021 gegründeten US-Assekuradeur Ledgebrook. Neben Allianz X engagieren sich Rockefeller Capital Management sowie weitere Bestandskunden und Neuinvestoren. Parallel zur Eigenkapitalinvestition geht die Allianz Re eine mehrjährige Rückversicherungsvereinbarung mit dem US-Unternehmen ein.

Ledgebrook operiert im US-amerikanischen Markt für Excess-&-Surplus-Deckungen (E&S). Dieses Marktsegment umfasst schwer platzierbare Risiken mittelständischer Unternehmen und weist nach Branchenangaben ein Volumen von rund 143 Milliarden US-Dollar auf. Das Bostoner Start-up nutzt eine hauseigene KI-Plattform namens „Blackbird“, um Risikoanalysen und Bepreisungen automatisiert vorzubereiten. Dadurch soll die Bearbeitungszeit für komplexe Police-Anfragen von mehreren Wochen auf wenige Stunden reduziert werden.

Trotz des Einsatzes automatisierter Analysesysteme verbleibe die finale Underwriting-Entscheidung bei Fachpersonal, betont Allianz X-CEO Nazim Cetin. Das Investment dient dem Allianz-Konzern dazu, die Präsenz im US-Sach- und Haftpflichtgeschäft auszubauen und Kapazitäten im wachstumsstarken E&S-Bereich zu sichern. Cetin hebt hervor, dass der operative Ansatz von Ledgebrook auf versicherungsspezifischer Fachexpertise beruhe, die durch technologische Prozesse ergänzt werde, statt auf einem rein technologiegetriebenen Modell.

Gegründet und geführt wird Ledgebrook vom Mathematiker Gage Caligaris. Seine Karriere in der Versicherungsbranche begann im Aktuarprogramm bei Liberty Mutual. Seit dem Start des operativen Geschäfts im Jahr 2023 hat Ledgebrook nach eigenen Angaben kumulierte Prämien in Höhe von über einer Milliarde US-Dollar gezeichnet. Aktuell arbeiten rund 300 Beschäftigte beim US-Assekuradeur, darunter etwa 80 Underwriter und 50 Ingenieure.

Seine Seed-Finanzierung in Höhe von 4,2 Millionen US-Dollar schloss das Start-up 2022 ab. Die Runde wurde von Brand Foundry Ventures unter Beteiligung von American Family Ventures angeführt.

Autor: VW-Redaktion