US-Insurtech Openly erweitert Allianz-Partnerschaft

Allianz-X-Büro in München. Bildquelle: mst

Das Bostoner Start-up Openly sichert sich frisches Kapital für seine Expansion im US-Wohngebäudeversicherungsmarkt. Die aktuelle Wachstumsfinanzierungsrunde wurde von den bestehenden Investoren Eden Global Partners, Advance Venture Partners und Gradient angeführt, mit strategischer Beteiligung von der Allianz-Tochter Allianz X. Zusätzlich hat Openly seine langfristige Rückversicherungs-Partnerschaft mit Allianz Re ausgebaut.

Inhaltlich konzentriert sich Openly auf das Segment der Wohngebäudeversicherung. Versichert werden neben dem Gebäude selbst auch Hausrat- und Haftpflichtrisiken, häufig mit vergleichsweise hohen Deckungssummen. Damit adressiert das Unternehmen vor allem anspruchsvollere Risiken, die in den USA angesichts zunehmender Naturkatastrophen und steigender Schadenssummen komplexer zu kalkulieren sind. Das 2017 gegründete Openly setzt auf den Maklervertrieb und verspricht über eine technologisch skalierbare Plattform einen beschleunigten Angebotsprozess sowie hochwertigen Versicherungsschutz für Hausbesitzer.

Das frische Kapital und die erweiterte Rückversicherungsstruktur sollen die Bilanz stärken und die Expansion in weitere US-Bundesstaaten sowie den Ausbau des Produktportfolios ermöglichen, heißt es in einer Mitteilung. Zu den finanziellen Details der Transaktion machten die beteiligten Parteien keine Angaben. Das Insurtech ist aktuell mit über 60.000 Maklerpartnern in 24 Bundesstaaten aktiv.

2025 sammelte Openly im Rahmen seiner letzten Finanzierungsrunde 193 Millionen US-Dollar ein. Sie umfasste 123 Millionen US-Dollar an Eigenkapital unter der Führung von Eden Global Partners und eine vorrangige Anleihe von Allianz X in Höhe von 70 Millionen US-Dollar. Auch bestehende Investoren wie Advance Venture Partners, Obvious Ventures, Clocktower Technology Ventures oder Point Judith Capital schossen Kapital nach.

Openly gilt als große Markthoffnung im amerikanischen Wohngebäudeversicherungsmarkt. „Es hat sich schnell zu einem führenden Unternehmen im Bereich der Versicherungstechnik entwickelt“, lobte Allianz-X-Chef Nazim Cetin damals.

Das Start-up ist mittlerweile neun Jahre alt und wurde von den versicherungstechnikerfahrenen Köpfen Ty Harris und Matt Wielbut ins Leben gerufen. Harris ist ehemaliger Chief Product Officer bei Liberty Mutual und zählt nach Fortune zu den 100 führenden Versicherungsmanagern. Wielbut ist u.a. Gründungspartner von Elements Insurance, nicht zu verwechseln mit dem insolventen Berliner Start-up Element. Sein Studium an der University of Michigan im Bereich Computer Science Engineering schloss er mit Summa cum laude ab.

Die Beteiligung von Allianz X baut auf einer strategischen Rückversicherungspartnerschaft zwischen Openly und Allianz Re auf, die seit 2023 besteht und 2024 ausgebaut wurde.

Autor: VW-Redaktion