E-Autos verlieren ihren Prämienvorteil in der Kfz-Versicherung

Kfz-Markt in Bewegung. Bildquelle: Sebastian Gries auf Pixabay

Lange Zeit galten Elektroautos in der Kfz-Versicherung als günstiger als vergleichbare Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Neue Modellrechnungen des Vergleichsportals Verivox zeichnen nun ein anderes Bild: Bei rund der Hälfte der untersuchten Vollkaskotarife verlangen Versicherer für Elektroautos höhere Beiträge als für entsprechende Verbrenner. Unter ansonsten gleichen Bedingungen können die Prämien für Stromer demnach bis zu 44 Prozent über denen eines vergleichbaren Benziners oder Diesels liegen.

Besonders deutlich zeigt sich der Effekt bei leistungsstarken Modellen. Für einen BMW X3 mit Elektroantrieb fallen die Vollkaskobeiträge in den Verivox-Berechnungen in einzelnen Tarifen um bis zu 44 Prozent höher aus als für das gleiche Modell mit Verbrennungsmotor – obwohl beide Fahrzeuge derselben Typklasse zugeordnet sind. Knapp 49 Prozent der Tarife sind für das E-Modell teurer, während der Stromer nur bei rund 32 Prozent der Angebote günstiger versichert werden kann. In etwa 19 Prozent der Fälle liegen die Beiträge gleichauf.

Für das Elektro-SUV Skoda Enyaq liegen die Versicherungskosten in einzelnen Tarifen bis zu 18 Prozent über denen des typklassengleichen Benzinmodells Kodiaq. Insgesamt sind rund 40 Prozent der Angebote für den Enyaq teurer, während etwa 35 Prozent günstiger ausfallen. Bei rund 26 Prozent der Tarife ergeben sich keine Preisunterschiede.

„Versicherer haben E-Autos lange Zeit per se günstiger bepreist als Benziner“, sagt Aljoscha Ziller, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich GmbH. „Zum einen lagen nicht ausreichend Schadensdaten vor und zum anderen wollten Versicherer sich auf einem jungen Wachstumsmarkt positionieren. Doch die Zeit der pauschalen Vorschusslorbeeren für E-Autos ist vorbei.“

Hintergrund der Neubewertung sind inzwischen verfügbare Langzeitdaten. Diese zeigen, dass Elektroautos zwar seltener in Unfälle verwickelt sind, die Schäden im Ernstfall jedoch häufig höhere Kosten verursachen, etwa durch teure Batterien oder aufwendige Reparaturen. Das wirkt sich insbesondere auf die Vollkaskoversicherung aus.

Gleichzeitig verfolgen die Versicherer unterschiedliche Strategien. Einige Anbieter versuchen weiterhin, gezielt E-Autofahrer als Kunden zu gewinnen, und setzen dafür bewusst auf attraktive Prämien. Entsprechend groß sind die Unterschiede zwischen den Tarifen. In einzelnen Fällen können Fahrer eines Elektroautos laut Verivox bis zu 23 Prozent weniger zahlen als für ein vergleichbares Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Beim Vergleich von Skoda Enyaq und Kodiaq liegt der mögliche Kostenvorteil für den Stromer bei bis zu 18 Prozent.

Autor: VW-Redaktion