DB Insurance steht vor Milliardenübernahme

Blick auf Seoul, Hauptsitz von DB Insurance. Bildquelle: csk auf Pixabay

Der südkoreanische Versicherer DB Insurance steigt mit seiner bislang größten Auslandsakquisition wohl in den US-Markt ein. Medienberichten zufolge steht die Übernahme des in Florida ansässigen Spezial- und Garantieversicherers Fortegra kurz vor dem Abschluss. Der Kaufpreis soll sich auf rund 1,6 Milliarden Dollar belaufen.

Die Gespräche liefen bereits seit Anfang des Jahres. Zwischenzeitlich schien die Transaktion jedoch gescheitert, nun bestätigten mit der Sache vertraute Kreise gegenüber Reuters’ The Insurer, dass der Abschluss bevorsteht. Der Kaufpreis soll sich auf rund 1,6 Milliarden Dollar belaufen. Die Bewertung beläuft sich damit auf das 0,83-Fache des Umsatzes, wie das Blatt vorrechnet.

Für DB Insurance ist der Schritt ein Meilenstein. Das 1962 gegründete Unternehmen, das als erster Kfz-Versicherer Koreas an den Start ging und seit 2017 unter neuem Namen eine internationalere Ausrichtung verfolgt, diversifiziert seine Ertragsbasis. Zuvor trat das Unternehmen als Dongbu Insurance auf. In den vergangenen Jahren hatte die Gesellschaft vor allem kleinere Beteiligungen in Vietnam und anderen asiatischen Märkten erworben, um die Basis für größere Transaktionen zu schaffen.

Fortegra verschafft DB Insurance direkten Zugang zu einer US-Plattform mit zugelassenen und nicht zugelassenen Versicherern. Darüber hinaus verfügen die Amerikaner über eine wachsende Präsenz in Europa, mit Standorten in Malta, Belgien und Großbritannien. Der Versicherer mit Sitz in Florida ist seit Jahrzehnten in Kfz-Versicherungen, Garantieprodukten und Nischenprogrammen aktiv.

Unter der Eigentümerschaft von Tiptree, das Fortegra 2014 für 218 Millionen Dollar übernommen hatte, expandierte das Unternehmen durch eigene Neugründungen sowie durch Zukäufe von eReinsure, Protect Cell oder Defend Insurance. Auch in Europa und Großbritannien hat Fortegra seine Aktivitäten ausgebaut. Ein 2021 geplanter Börsengang wurde wegen Marktturbulenzen abgesagt, stattdessen stieg Warburg Pincus als Minderheitsinvestor ein. Dieser soll im Zuge der Übernahme aussteigen.

Für die Koreaner bringt die Übernahme Chancen und Risiken zugleich: Während Fortegra das bislang stark auf Privatkunden fokussierte Portfolio um margenstarke Spezialsegmente ergänzt, dürfte die Integration und Steuerung über mehrere Rechtsräume hinweg eine Herausforderung darstellen.

Autor: VW-Redaktion