Aegon prüft Umzug nach Amerika

Bildquelle: Aegon

Der niederländische Versicherer Aegon erzielte im ersten Halbjahr einen Nettogewinn von 606 Millionen Euro gegenüber einem Nettoverlust von 65 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das Betriebsergebnis kletterte um 19 Prozent auf 845 Millionen Euro. Den Wert seines laufenden Aktienrückkaufprogramms hat Aegon auf 400 Millionen Euro verdoppelt. Weil das US-Geschäft für die Niederländer von elementarer Bedeutung ist, prüft der Versicherer die Verlegung des rechtlichen Sitzes in die Vereinigten Staaten.

Der niederländische Versicherer Aegon hat am Donnerstag sein laufendes Aktienrückkaufprogramm deutlich ausgeweitet. Anstatt der bislang vorgesehenen 200 Millionen Euro sollen nun 400 Millionen Euro in den Rückkauf fließen. Der Abschluss ist für die zweite Jahreshälfte 2025 geplant.

Im operativen Geschäft verzeichnete Aegon im ersten Halbjahr hingegen leichte Rückgänge. Die operative Kapitalgenerierung (OCG) sank auf 576 Millionen Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum noch höhere Werte erzielt worden waren. Damit lag der Wert nur knapp über der mittleren Analystenschätzung von 574 Millionen Euro. Als Gründe nannte das Unternehmen Vorlaufkosten für Neugeschäfte sowie geringere Kapitalfreisetzungen in der chinesischen Tochter.

„Wir sind weiterhin auf Kurs, unsere OCG-Prognose von rund 1,2 Milliarden Euro für 2025 zu erreichen”, sagt CEO Lard Friese in einer Mitteilung. Parallel kündigte der Konzern an, die Zwischendividende um knapp 20 Prozent anzuheben.

Für Gesprächsstoff am Kapitalmarkt sorgt eine mögliche Neuausrichtung des Konzernsitzes. Das in Amsterdam börsennotierte Unternehmen prüft, seinen rechtlichen Sitz sowie den Hauptsitz in die Vereinigten Staaten zu verlegen. Über die US-Tochter Transamerica erwirtschaftet Aegon rund 70 Prozent seiner Geschäfte. Allein im ersten Halbjahr steuerte das US-Geschäft 371 Millionen Euro zur operativen Kapitalgenerierung bei.

„Die Prüfung wird die Auswirkungen einer möglichen Verlegung untersuchen, einschließlich der Auswirkungen auf alle Stakeholder von Aegon, sowie die Auswirkungen einer Notierung an der NYSE als Hauptbörse neben der Notierung an der Euronext“, teilte das Unternehmen mit. Der mögliche Übergang könnte demnach zwei bis drei Jahre in Anspruch nehmen.

Autor: VW-Redaktion