Commerzbank reduziert Ausgleichszahlungen an Allianz-Fondstochter drastisch
Commerzbank-Gebäude in Frankfurt. Bildquelle: Commerzbank AG
Im Zuge des Commerzbank-Dresdner-Bank-Deals von 2008/2009 verkaufte die Commerzbank ihre Fondstochter Cominvest an Allianz Global Investors (AGI). Gleichzeitig wurde eine exklusive Vertriebsvereinbarung geschlossen, die die Commerzbank berechtigte, AGI-Fonds (inklusive Cominvest-Produkte) zu vertreiben. Allerdings musste die Commerzbank bestimmte Zielwerte beim Vertrieb erreichen, was ihr nicht immer gelang und die Bank dann millionenschwere „Ausgleichszahlungen“ an AGI leisten musste. Diese hat das Finanzinstitut nun offenbar drastisch reduziert.
Der Verkauf der Cominvest war Teil des Kaufpreises für die Dresdner Bank und unterstützte die Bancassurance-Strategie der Allianz. Im Rahmen der Gesamttransaktion zur Übernahme der Dresdner Bank wurde die Cominvest bei diesem Deal mit ca. 700 Mio. Euro bewertet. Nach dem Erwerb integrierte Allianz Global Investors Cominvest innerhalb der nächsten 18 Monate vollständig in ihre deutsche Fondsgesellschaft. Gleichzeitig mit dem Verkauf wurde eine exklusive Vertriebsvereinbarung geschlossen, die die Commerzbank berechtigte, AGI-Fonds (inklusive Cominvest-Produkte) bis mindestens 2023 zu vertreiben. Diese Partnerschaft wurde inzwischen bis 2033 verlängert.
Laut Berichten, unter anderem vom Platow Brief und FONDS professionell, hatte die Commerzbank über Jahre hinweg millionenschwere „Ausgleichszahlungen“ an AGI geleistet. Insgesamt beliefen sich diese Zahlungen auf 273 Mio. Euro. Diese Ausgleichszahlungen waren offenbar Teil einer Vertriebsvereinbarung, die vorsah, dass die Commerzbank bestimmte Zielwerte oder Volumen beim Vertrieb von Allianz Global Investors-Fonds an ihre Kunden erreichen musste. Wenn die Commerzbank diese Ziele verfehlte, fielen Ausgleichszahlungen an AGI an. Die höchste dieser Zahlungen war 37,6 Mio. Euro im Jahr 2011.
2023 fielen 25,2 Mio. Euro an Ausgleichszahlungen an, 2024 jedoch nur noch 374.000 Euro, wie der Platow Brief anhand des jüngsten Abschlusses der Allianz-Fondstochter in Deutschland berichtet. Offenbar gibt es mit dem neuen Vertriebsdeal der beiden Partner, der seit 2024 besteht und bis 2033 reicht, neue Zielwerte für die Commerzbank. Nur so lässt sich die drastische Reduzierung der Ausgleichszahlungen erklären.
Autor: VW-Redaktion
