Generali steckt Millionen in Firmenumzug
Haupteingang der Deutschlandzentrale der Generali in München. Bildquelle: Generali
Die Generali bereitet die Verlegung ihrer Deutschland-Zentrale aus dem Adenauerring 7 in München-Neuperlach in das aufstrebende Werksviertel am Ostbahnhof vor. Entstehen soll ein hochmoderner Büroturm in der Rosenheimer Straße 139, der für Fachkräfte attraktiver ist und den Namen „Momenturm“ trägt. Generali hat dafür viel Geld in die Hand genommen und sicherte sich die Rechte vom Projektentwickler Art Invest bereits im ersten Quartal des Jahres.
Der Begriff Momenturm ist ein Kunstwort, gebildet aus den Wörtern „Momentum“ und „Turm“. Die Fertigstellung ist bis spätestens 2028 geplant. Deutschlandchef Stefan Lehmann strebt einen früheren Einzug an. Die Rede ist vom Jahr 2027, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet.
Mit dem Umzug folge Generali dem strategischen Ziel, sich besser als attraktiver Arbeitgeber im Wettbewerb um digital affine Fachkräfte zu positionieren. Betroffen seien etwa 1.700 Mitarbeitende. Intern wird die Verlegung des Arbeitsplatzes als wichtiger Hebel zur Digitalisierung und organisatorischen Modernisierung gewertet. Das Management erhofft sich Produktivitätsgewinne und vor allem eine höhere Mitarbeiterzufriedenheit. Nach Informationen von VWheute hat der Versicherer gerade bei letztem Punkt Luft nach oben. Bei einigen Mitarbeitern ist der Frust über die Firma etwa mit Blick auf Kommunikation oder Führung groß. Auch das bestehende Bürogebäude in München habe seine „besten Tage hinter sich“, ist zu hören.

Das künftige Bürogebäude wird der Versicherer selbst bauen. Geplant ist eine Arbeitsumgebung, die zeitgemäße Formen der Zusammenarbeit ermöglichen und einen kulturellen Wandel im Unternehmen fördern soll. Der Versicherer kommentierte die Vorgänge auf VWheute-Anfrage nicht.
Das Projekt „R139“ gehört zu den markanteren Entwicklungsflächen im Münchner Osten und hat sich unter anderem aufgrund seiner guten Anbindung in den vergangenen Jahren zu einem Hotspot für Unternehmen aus der Technologie-, Versicherungs- und Kreativwirtschaft entwickelt. In unmittelbarer Nachbarschaft befinden sich etwa der Direktversicherer Allianz Direct oder der Innovationshub „The Lab“ des Rückversicherers Munich Re. Früheren Medienberichten zufolge soll der Kölner Projektentwickler Art Invest Real Estate das Projekt R139 an der Rosenheimer Straße für 150 Mio. Euro an die Generali verkauft haben.
Laut einer aktuellen Analyse des Immobiliendienstleisters JLL ist das Transaktionsvolumen auf dem Münchner Investmentmarkt im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 67 Prozent auf 450 Millionen Euro zurückgegangen. Insgesamt wurden zwölf Transaktionen verzeichnet, gegenüber 16 im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die fünf größten Deals machten dabei rund 73 Prozent des gesamten Volumens aus. Lediglich eine Transaktion überstieg die Marke von 100 Millionen Euro. Es handelt sich um das Büroprojekt „Momenturm“.
Was neue Büros betrifft, war die Versicherungsbranche in den vergangenen Jahren fleißig. Seit 2019 ist das Personal der Zurich Deutschland am Zurich-Campus in Köln-Deutz tätig. Die Signal Iduna hat nach fünf Jahren Bauzeit 2024 eine neue Konzernzentrale in Hamburg bezogen. Das gläserne Doppelhochhaus in der City Nord bietet auf bis zu 15 Etagen Platz für rund 1.000 Mitarbeitende. Die Wüstenrot & Württembergische-Gruppe (W&W) hat 2023 ihren Konzernsitz in Kornwestheim bezogen, der Platz für rund 4.000 Büroarbeitsplätze bietet. Zuletzt stellte die Allianz Leben nach knapp vier Jahren Bauzeit einen Bürokomplex in Stuttgart-Vaihingen fertig. Die ersten Beschäftigten sollen diesen Monat im „Allianz Park Stuttgart“ einziehen.
Autor: VW-Redaktion
