Swiss Life kauft Vermögensberater Zwei Wealth

Empfangsbereich der Swiss Life am Hauptsitz in Zürich (Bildquelle: Swiss Life)

Swiss Life ist bei vermögenden Privatpersonen im Bereich HNWI (High Net Worth Individuals) nicht optimal aufgestellt. Das ändert sich nun. Denn der Schweizer Lebensversicherer übernimmt das vom Ökonomen und Berater Klaus Wellershoff mitgegründete Vermögensberatungsunternehmen Zwei Wealth.

Swiss Life Schweiz hat sich zum Ziel gesetzt, das Anlagegeschäft für Private bis 2027 in Ergänzung zum bestehenden Vorsorgeangebot zu einem weiteren Kerngeschäft auszubauen. Vor allem zielt man auf das Anlagegeschäft für vermögende Privatpersonen (HNWI) und institutionelle Kunden. Das bietet Zwei Wealth, welches 2014 von Prof. Dr. Klaus Wellershoff und Patrick Müller als Schweizer Beratungsunternehmen für Vermögensverwaltung gegründet wurde. Bei der offenen Plattform von Zwei Wealth können Kunden Vermögensverwaltungslösungen von über 500 angeschlossenen Banken, Asset- und Wealth-Managern auswählen. „Der Beratungsansatz, den Zwei Wealth mit ihrer offenen Plattform verfolgt, passt hervorragend zu uns“, betont Roman Stein, CEO Swiss Life Schweiz.

Zwei Wealth wächst zweistellig und betreut derzeit für ihre Kunden Assets under Control (AuC) im Umfang von 3,5 Mrd. Schweizer Franken. Das Angebot und die Marke von Zwei Wealth bleiben bei der Übernahme bestehen, die Kunden werden weiterhin von den rund 30 Zwei-Wealth-Beratenden an den Standorten Zürich, Genf, Bern und Winterthur betreut. Ebenso bleibt Wellershoff Mitglied des Verwaltungsrats. Patrick Müller, Geschäftsführer und Mitgründer, leitet das Unternehmen auch in Zukunft. Er wird direkt an den CEO Schweiz, Roman Stein, berichten. Stein wird im Gegenzug Präsident des Verwaltungsrats von Zwei Wealth.

Der Deal, bei dem der Kaufpreis nicht bekannt ist, bringt Swiss Life Schweiz zusätzliche Fee-Erträge. Die Zahlen für 2024 hat Swiss Life noch nicht vorgelegt. Im Jahr 2023 sanken die Fee-Erträge bei den Schweizern um 13 Prozent auf 664 Mio. Schweizer Franken (2022: 765 Mio. CHF). Das erklärte man durch ein „verhaltenes Immobilienmarktumfeld in Deutschland und Frankreich“. Der Reingewinn betrug 1,11 Mrd. Schweizer Franken.

Im Dezember 2024 präsentierte der Schweizer Versicherer seine neue Unternehmensstrategie namens „Swiss Life 2027“. Diese strebt an, das Fee-Ergebnis im Jahr 2027 auf über eine Mrd. Schweizer Franken ausbauen (die alte Strategie namens „Swiss Life 2024“ hatte das Ziel gesetzt, zwischen 850 und 900 Mio. Schweizer Franken zu generieren). Für Swiss Life Deutschland bedeutet das, die Zahl der Berater kräftig steigern und viel Geld in die IT-Modernisierung stecken, VWheute berichtete.

Autor: VW-Redaktion