Hohe Unwetterkosten überschatten brummendes Lebengeschäft bei der Nürnberger

Dr. Armin Zitzmann, Vorstandsvorsitzender der Nürnberger Versicherung ist angesichts der Umstände zufrieden mit der 2021-Bilanz.

Während das Neugeschäft in der Lebensversicherung deutlich stieg, schlugen in der Schadenversicherung die hohen Ausgaben wegen „Bernd“ zu Buche, fasst die Nürnberger ihre Bilanz für 2021 zusammen. Vor allem deswegen sank das Konzernergebnis von 78,5 Mio. auf 64,3 Mio. Euro. Vorstandsvorsitzender Armin Zitzmann ist besonders auf die Zahl der ausgezahlten Schadensumme und Beitragsrückerstattungen.

Die Corona-Pandemie und die Unwetter im Sommer 2021 haben auch das Geschäft der Nürnberger Versicherung im vergangenen Jahr geprägt. In Anbetracht der äußeren Umstände bewertet der Vorstand das Geschäftsjahr insgesamt dennoch als „gut“: Die gebuchten Bruttobeiträge bewegen sich mit 3,634 Mrd. Euro leicht über dem Niveau des Vorjahres. Die Neu- und Mehrbeiträge stiegen von 629,4 Mio. auf 658,5 Mio. Euro. Der Konzernumsatz aus gebuchten Bruttobeiträge, Erträgen aus Kapitalanlagen und Provisionserlösen stieg um 4,2 Prozent auf 4,761 Mrd. Euro.

Im Jahr 2021 konnte der fränkische Versicherer nach Angaben eines Unternehmenssprechers „in der Autoversicherung gegenüber dem Vorjahr die Bestandsbeiträge um 3,7 Prozent auf 305,5 Mio. Euro steigern. Insbesondere bedingt durch die schweren Elementarereignisse erhöhte sich die Combined Ratio für die gesamte K-Sparte von 92,3 Prozent in 2020 auf 106,4 Prozent in 2021“.

„Angesichts der Herausforderungen durch die Corona-Pandemie haben wir unsere Kundenberatung weiter optimiert, und das hat sich gerade in der zweiten Jahreshälfte positiv bemerkbar gemacht. Dazu kamen neue Produkte aus unserem Kerngeschäft – dem Einkommensschutz -, die vom Vertrieb und den Kunden sehr gut angenommen wurden. Hier setzen wir unsere Strategie um, dass wir nicht nur im Schadenfall für die Kunden da sind, sondern, dass wir ihnen schon präventiv zur Seite stehen“, betont der Vorstandsvorsitzende Armin Zitzmann.

Die Nürnberger hat im vergangenen Jahr 3,32 Mrd. Euro für Versicherungsfälle und Beitragsrückerstattungen ausgezahlt. Das waren 14,1 Prozent mehr als im Jahr zuvor. „Diese Zahl belegt anschaulich, dass wir unseren Kunden ein verlässlicher Partner sind“, erläutert Zitzmann. Gleichzeitig betont ein Unternehmenssprecher: „Nachdem wir im Jahr 2020 mit den Betriebsschließungen im Zusammenhang mit Corona das bis dahin größte Schadenereignis der Nürnberger zu verzeichnen hatten, hatte die Corona-Pandemie im Jahr 2021 keine nennenswerten direkten Auswirkungen auf unser Geschäftsergebnis“.

Allerdings hinterließen vor allem die Unwetter der vergangenen Monate ihre Spuren in der Bilanz: „Unsere Belastungen durch die Unwetter im letzten Sommer beliefen sich auf 85 Mio. Euro. Diese Summe begründet sich nicht zuletzt durch die überdurchschnittlich hohe Anbündelungsquote unseres Elementarschutzes. Diese liegt bei der Hausratversicherung bei 74 Prozent und bei der Wohngebäudeversicherung bei 61 Prozent. Aktuell gehen wir für die Sturmserie im Februar von einem Schadenaufwand über alle Sparten von etwa neun Mio. Euro aus.“

Die Aktionäre sollen auch 2022 wieder eine Dividende von unverändert 3,30 Euro je Stückaktie erhalten. Das entspricht auf Basis des Jahresschlusskurses einer Dividendenrendite von 4,2 Prozent. Die Hauptversammlung findet virtuell am 27. April 2022 statt.

Im Hinblick auf spürbar unsicherer gewordene Zeiten nimmt das Thema Nachhaltigkeit bei der Nürnberger eine immer bedeutendere Rolle ein. „Unser Geschäftsmodell ist per se nachhaltig. Wir stärken die Resilienz unserer Kunden bei kleinen und großen Schicksalsschlägen. Das hat sich nicht nur zuletzt bei der Regulierung der Hochwasserschäden gezeigt“, führt Zitzmann aus. „Darüber hinaus entwickeln wir nachhaltige Produkte. So enthält der neue Einkommensschutz (EKS) nachhaltige Services wie die Gesundheits-App Coach:N oder den medizinischen Expertenservice BetterDoc.“

Autor: VW-Redaktion

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