Aviva verkauft französische Tochter: Allianz könnte Axa und Generali ausstechen

Quelle: Allianz

Der britische Versicherer Aviva, die Nummer fünf der Welt, spart derzeit an allen Ecken und Enden. Das Singapur-wurde Geschäft verkauft. Die Töchter in Italien und Polen stehen zur Disposition. Fortgeschritten sind laut Reuters auch die Verkaufsgespräche in Frankreich. Die Allianz will das dortige Schaden- und Unfallgeschäft, und Athora die Lebensparte. Axa und Generali dürften jedoch ein Wort mitzureden haben.

Die Verhandlungen seien laut Reuters weit fortgeschritten, es gehe um ein Volumen von insgesamt zwei bis drei Milliarden Euro. Exklusive Gespräche gebe es aber noch nicht. Die Allianz und Athora – dahinter steht der US-Finanzinvestor Apollo – wollen sich das Unternehmen wohl aufteilen: Die Allianz ist nur an der Schaden- und Unfall-Sparte interessiert, Athora würde das Neugeschäft mit Leben-Policen einstellen und die Verträge abwickeln. Die Run-off Plattform ist auch am Aviva-Lebengeschäft in Italien interessiert.

Auch Axa, die italienische Generali und die französische La Mondiale haben ein Auge auf Aviva Frankreich geworfen. Jedoch wollte keiner der Mitbietenden ein Kommentar abgeben. Nur von Aviva heißt es: man sei „in den Anfängen, was die Entwicklung der Strategie auf dem europäischen Kontinent und in Asien betrifft“.  Die neue Aviva-Chefin Amanda Blanc will den Versicherer auf Großbritannien, Irland und Kanada fokussieren. Frankreich ist die größte Auslandstochter des britischen Versicherers. 2019 trug sie 473 Millionen Pfund und damit fast die Hälfte zum operativen Gewinn des Europa-Geschäfts bei.

Frankreich-Geschäft zu risikant?

Kommt der Milliardendeal für die Allianz zustande, dann würden die Münchener auch in Frankreich unter den ersten Top-Drei im Markt zählen. Die führenden Positionen sind derzeit von zwei Gegenseitigkeits-Versicherern und dem Platzhirsch Axa besetzt., erst danach kommt die Allianz. Das Handelsblatt beruft sich indes auf interne Quellen, wonach die Allianz dem Deal eher skeptische gegenübersteht. Das hängt zum einem mit der anhaltend großen Unsicherheit in der Coronakrise zusammen, die die Versicherer in Zukunft noch belasten könnte. Zum anderen gilt speziell der französische Versicherungsmarkt als sehr „umkämpft“ und „margenschwach“. Ferner könnte der Zukauf die Solvenzquote ansteigen lassen und womöglich eine Diskussion um die zu hohe auszuzahlende Dividende auslösen.

Autor: VW-Redaktion

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