Vietnamesische Finanzaufsicht wirft HDI Global unlauteren Wettbewerb vor

Hanoi. Quelle: Bild von falco auf Pixabay

Die Länder in Südostasien zählen neben Indien und China derzeit zu den attraktivsten Zukunftsmärkten. So verwundert es nicht, dass auch viele deutsche Versicherer in dieser Region ihr Glück versuchen. Dass dabei nicht immer alles rund läuft, zeigt das Beispiel der HDI Global in Vietnam.

So werfen die Behörden der Talanx-Tochter vor, ihren Einfluss in dem kommunistischen Land mit unlauteren Methoden auszubauen. Der konkrete Vorwurf: Die HDI habe ihren Anteil an dem ehemaligen Staatsbetrieb PVI auf unzulässige Weise auf mehr als 50 Prozent erhöht. Aus Sicht der vietnamesischen Finanzaufsicht SSC habe der Versicherer damit gegen das lokale Wertpapierrecht verstoßen, berichtet das Handelsblatt.

Dabei habe die HDI nicht nur verschiedene Transaktionen getätigt, um den Anteilsbesitz an PVI zu verschleiern. Zudem soll der niedersächsische Versicherer gegen nationale Regeln verstoßen haben, welche die Unternehmensanteile in ausländischer Hand begrenzen sollen. Die HDI selbst weist die Vorwürfe auf Anfrage von VWheute jedoch zurück.

„Für HDI Global zählt die Beachtung von Recht und Gesetz zu den obersten Prioritäten. Das gilt auch für die lokalen Bestimmungen in Vietnam. Wir halten die in dem Bescheid genannten Vorwürfe für ungerechtfertigt und haben deshalb gegen den Bescheid Rechtsmittel eingelegt. Da es sich um ein laufendes Verfahren handelt, möchten wir uns nicht im Detail dazu äußern“, betont ein Unternehmenssprecher.

Dennoch zählt das kommunistische Land im Südosten Asiens zu den attraktiven Zukunftsmärkten für den Industrieversicherer: „Vietnam zählt zu den aufstrebenden Wirtschaftsregionen in Südost-Asien. Über unsere Beteiligung an PVI Holdings zählen wir dort zu den führenden Sachversicherern. Wir möchten diese Position ausbauen. Zudem nutzen wir unsere starke Stellung in Vietnam zusätzlich zu unserer HDI-Niederlassung in Singapur, um in Südost-Asien unsere Position als Industrieversicherer auszubauen“, heißt es bei der HDI.

Eventuelle juristische Konsequenzen sind laut Wirtschaftszeitung jedoch noch nicht bekannt. Die Bußgelder seien mit rund 8.000 US-Dollar jedoch eher überschaubar. Anwalt Wolfram Grünkorn sieht in der Entscheidung der vietnamesischen Finanzaufsicht vielmehr eine Signalwirkung für andere Unternehmen: „Die Compliance der ausländischen Investoren ist in der Vergangenheit nicht immer strikt kontrolliert worden“, wird der Jurist zitiert. Vielmehr sei der Bescheid der SSC gegen die HDI Global eine Warnung, Tricks mit den Behörden zu unterlassen: „Wer ausländischen Einfluss verhüllt, muss mit scharfen Gegenmaßnahmen rechnen“, so Grünkorn.

Autor: VW-Redaktion

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