Hagelgilde: Landwirte werden für Risikoabsicherung sensibler

Quelle: Bild von Michal Jarmoluk auf Pixabay

Nach den Wetterextremen der letzten Jahre rechnet der Hagelgilde Versicherungs-Verein künftig mit einer weiteren Sensibilisierung der Landwirte für die Notwendigkeit der einzelbetrieblichen Risikoabsicherung. Seit diesem Jahr bietet der Einspartenversicherer daher auch eine indexbasierte Niederschlagsversicherung an. Bei den Versicherungssummen dürfte sich 2020 nichts wesentlich ändern, schreibt der Vorstand im Geschäftsbericht 2019. Im Norden sinke der Anbauumfang von Winterraps dauerhaft.

Nach der extremen Trockenheit 2018 seien 2019 viele Ackerflächen für den Ackerfutterbau genutzt worden, um die knappen Futtervorräte aufzufüllen. Diese Flächen versichern die Landwirte jedoch nicht gegen Hagelschäden. Dem Rückgang der versicherten Fläche um ein gutes Prozent standen jedoch eine stabile Preisentwicklung sowie höhere Ertragserwartungen nach dem Dürrejahr gegenüber, sodass die Versicherungssumme um 4,6 Prozent auf 641,28 Mio. Euro stieg. Die Hagelgilde versichert überwiegend Getreide und Raps gegen Sturm und Hagel und dies vorrangig in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.

Die in Form der Umlage erhobenen Bruttobeiträge blieben bei 2,68 Mio. Euro und reichten für die Schadenzahlungen von 1,5 Mio. Euro (2018: 0,3 Mio.). Die Rückversicherung wurde nicht in Anspruch genommen. 2019 lagen die Schadenaufwendungen “genau im Mittel” der 30-jährigen durchschnittlichen Schadenquote. 2018 war hingegen das beste Unterschadenjahr seit 1990 gewesen. In die Schwankungsrückstellung wurde 2019 die Zinszuführung von 0,12 Millionen Euro eingestellt, sodass sich diese auf 3,1 Mio. Euro erhöhte.

Der Jahresüberschuss von 0,13 Millionen Euro wird der Verlustrücklage zugeführt. Im Vorjahr gab es nach hoher Zuführung zur Schwankungsrückstellung und Abschreibungen auf Kapitalanlagen einen Jahresfehlbetrag von 45.910 Euro. Das Eigenkapital erreicht zum Bilanzstichtag 2019 rund 1,8 Mio. Euro (2018: 1,68 Mio.), was 35,1 Prozent (2018: 34,5 Prozent) der Bilanzsumme entspricht.

Autorin: Monika Lier

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