Nürnberger übertrifft eigene Gewinnerwartungen

Konzernsitz der Nürnberger. Quelle: Nürnberger

Die Nürnberger hat das Geschäftsjahr 2019 mit einem deutlichen Gewinn abgeschlossen. Mit einem Konzernergebnis von 68,8 Mio. Euro (2019: 60,8 Mio.) übertraf der fränkische Versicherer seine eigenen Gewinnerwartungen von etwa 55 Mio. Euro. Die Auswirkungen des Corona-Virus vermochte Vorstandschef Armin Zitzmann hingegen noch nicht abschätzen.

So lagen die Beitragseinnahmen im letzten Geschäftsjahr spartenübergreifend mit 3,515 Mrd. Euro (2018: 3,478 Mrd.) leicht über dem Vorjahresniveau. Das Neugeschäft verbesserte sich um 6,8 Prozent auf 592,4 Mio. Euro (2018: 554,9 Mio.). Die Kapitalanlagen stiegen um 7,4 Prozent auf 31,672 Mrd. Euro (2018: 29,499 Mrd.). Die Zahl der Versicherungsverträge blieb mit 6,0 Millionen stabil.

In der Lebensversicherung verzeichnete die Nürnberger zwar einen Zuwachs bei den Neubeiträge um 5,2 Prozent von 452,6 Mio. Euro (2018: 430,1 Mio.). Das Gesamtergebnis sank jedoch erwartungsgemäß von 473,4 Mio. auf 375,2 Mio. Euro, was Unternehmensangaben zufolge insbesondere mit der deutlich angestiegenen Zuführung zur Zinszusatzreserve/Zinsverstärkung begründet sei.

In der Krankenversicherung stiegen die Beitragseinnahmen – sowohl in der Voll- als auch in der Zusatzversicherung – leicht auf 11,9 Mio. Euro (2018: 10,5 Mio.). In der Kompositsparte lag das Beitragsplus nach Angaben der Nürnberger bei zwölf Prozent auf 127,9 Mio. Euro (2018: 114,3 Mio.). Speziell bei der Autoversicherung lag das Neugeschäft deutlich über den Erwartungen. Die Brutto-Schaden-Kosten-Quote verbesserte sich um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 91,0 Prozent.

Die Dachgesellschaft des Versicherers, die Nürnberger Beteiligungs-AG (NBG), verzeichnete mit 46,4 Mio. Euro einen Überschuss deutlich unter dem Vorjahresniveau, das jedoch von einem Sondereffekt geprägt war. Die Nürnberger will die Dividende weiter anheben: „Wir wollen die Treue unserer Aktionäre belohnen und schlagen eine Erhöhung der Dividende auf 3,30 EUR vor“, kündigt Zitzmann an.

Die Auswirkungen der Corona-Krise vermochte der Nürnberger-Chef allerdings noch nicht abschätzen. „Schutz und Sicherheit unserer Kunden, Vermittler und Mitarbeiter räumen wir höchste Priorität ein. Wir haben deshalb frühzeitig damit begonnen, die entsprechenden Maßnahmen umzusetzen. So implementierten wir umgehend die Hygieneregeln des Robert-Koch-Instituts und konnten in kurzer Zeit fast die gesamte Belegschaft homeofficefähig machen. Die meisten arbeiten mittlerweile von zu Hause aus“.

Zudem habe die Nürnberger dem Außendienst den persönlichen Kontakt zu den Kunden untersagt. Beratungsgespräche sollen demnach vorerst nur noch telefonisch oder auf digitalem Wege erfolgen. Und dennoch: „Der Beratungsbedarf gerade bei den kleinen und mittelgroßen Unternehmen ist deutlich gestiegen. Wir setzen alles daran, den Betroffenen schnell und unbürokratisch im Rahmen unserer Möglichkeiten zu helfen“, so Zitzmann.

Zum Vergleich: 2019 zahlte die Nürnberger 2,82 Mrd. Euro für Versicherungsfälle und Beitragsrückerstattungen an ihre Kunden (2018: 2,74 Mrd.).

Autor: VW-Redaktion

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