Longial: So belastet Corona die Pensionsverpflichtungen

Quelle: Harry Strauss auf Pixabay

Die Corona-Krise wirkt sich mittelfristig auch auf die Pensionsverpflichtungen der Unternehmen auswirken. „Seit dem 10. März ist ein dramatischer Anstieg der Renditesätze zu verzeichnen, bis zum 25. März hat sich das Renditeniveau um rund ein Prozent erhöht und damit mehr als verdreifacht“, konstatiert Longial-Geschäftsführer Michael Hoppstädter.

Für Unternehmen mit einer Bilanzierung nach internationalen Rechnungslegungsstandards ergeben sich unmittelbare Auswirkungen. Die maßgeblichen Zinssätze werden zum Abschlussstichtag 31. März 2020 voraussichtlich deutlich steigen. Der Longial Geschäftsführer erläutert: „Höhere Zinssätze führen zu niedrigeren Verpflichtungswerten und sorgen so für eine Entlastung der Bilanzen. Die Effekte werden dabei als sogenannte versicherungsmathematische Gewinne direkt im Eigenkapital erfasst.“

Zwar dürften die Auswirkungen nach HGB durch die Glättung über zehn Jahre nicht unmittelbar zu spüren sein. „Aber auch hier könnte sich der bisherige Abwärtstrend im Rechnungszins über die kommenden Monate verlangsamen“, kommentiert Hoppstädter und fährt fort: „Wie stark die Auswirkungen sind, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht seriös vorhersagen.“

Dies hänge nach Ansicht des Longial-Geschäftsführers maßgeblich davon ab, wie lange die aktuellen Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie aufrechterhalten werden, wie stark die dadurch ausgelöste Rezession der Wirtschaft ausfällt und wie sich diese Gesamtlage auf das Zinsniveau auswirkt. Erste Musterberechnungen würden zudem zeigen, dass der zehnjährige Durchschnittszins zum 31. Dezember 2020 um fünf bis zehn Basispunkte höher ausfallen könnte als bislang angenommen (bisherige Schätzungen der Longial liegen bei 2,29 Prozent).

„Nach unserer Einschätzung handelt es sich beim Anstieg des Renditeniveaus zunächst um einen kurz- bis mittelfristigen Effekt. Langfristig sehen wir den Trend zu fallenden Zinsen aber sogar eher noch verstärkt: Die großen Notenbanken haben durch Maßnahmen in den letzten Tagen die Leitzinsen gesenkt (FED) beziehungsweise die Liquidität deutlich ausgeweitet (EZB) und damit das Zinsniveau langfristig weiter abgesenkt. Nicht auszuschließen, dass die Renditen für Unternehmensanleihen wieder deutlich fallen, sobald die Panik aus den Märkten verschwindet“, ergänzt Hoppstädter.

Autor: VW-Redaktion

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