Lebensversicherung wird zum Wachstumstreiber bei der Alten Leipziger

Konzernzentrale der Alte Leipziger-Hallesche in Oberursel. Quelle: Alte Leipziger-Hallesche

Die Alte Leipziger-Hallesche hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2019 vor allem in der Kranken- und Lebensparte gut verdient. Besonders nachgefragt waren auch die Produkte der betrieblichen Altersvorsorge. Sorgenkinder sind hingegen die Sachsparte und vor allem der Pensionsfonds.

„Wachstumstreiber waren vor allem die Alte Leipziger Leben und die Hallesche Krankenversicherung“, betonte Vorstandsvorsitzender Christoph Bohn bei der Vorstellung der Bilanz für das letzte Jahr. So stiegen die Beitragseinnahmen in der Lebensversicherung um 5,7 Prozent auf 2,673 Mrd. Euro. Im Neugeschäft knackte der Versicherungskonzern aus dem hessischen Oberursel erstmals die Marke von einer Milliarde Euro. Am Ende standen 1,034 Mrd. Euro – einem Plus von 12,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr – in den Bilanzbüchern.

Zufriedenstellende Zahlen gibt es auch in der Krankensparte. So verzeichnete die Hallesche einen Beitragsanstieg um 4,5 Prozent auf rund 1,3 Mrd. Euro. Im Neugeschäft verbuchte der private Krankenversicherer sogar ein Plus von 28,5 Prozent auf 3,2 Mio. Euro. Wachstumstreiber war dabei vor allem das Geschäft mit der Krankenzusatzversicherung. Die Zahl der versicherten Personen in der Voll- und Zusatzversicherung wuchs auf 757.175 (2018: 719.001). Der Bruttoüberschuss lag bei 185 Mio. Euro (2018: 188 Mio.).

Die momentane Corona-Epidemie macht sich bislang aber noch nicht nennenswert in der Krankensparte bemerkbar. Demnach seien vier Versicherte der Halleschen derzeit am Virus erkrankt. Konkrete Zahlen zu den Kosten vermochte Kranken-Vorstand Wiltrud Pekarek hingegen noch nicht sagen.

Müßig zu erwähnen, dass sich der Corona-Vorus auch auf den Geschäftsbetrieb des Konzerns auswirkt. Allerdings verzeichnete die Alte Leipziger-Hallesche bislang nur wenige Corona-Erkrankungen (vier in Stuttgart und ein Fall in Düsseldorf). „Rund 100 Mitarbeiter befinden sich in Quarantäne“, ergänzt Vorstandschaf Bohn auf Nachfrage. Dennoch sei der Krankenstand zu diesem Zeitpunkt „unauffällig“. Zudem „könne man keine Erhöhung feststellen“, ergänzt der CEO.

Mit Blick auf die aktuelle Lage an den Kapitalmärkten aufgrund der Corona-Krise konstatierte Finanzvorstand Martin Rohm indes „erhebliche Verwerfungen“. Gleichzeitig rechnet er damit, dass auf die Wirtschaft eine Rezession durch die momentane Krise zukomme. Allerdings könne man noch nicht sagen, „wie lange sie andauern und wie stark sie ausfallen wird“.

Doch auch abseits der aktuellen Corona-Epidemie beschäftigen den Versicherer noch die ein oder anderen Sorgenkinder. So verzeichnete die Alte Leipziger Versicherung AG im letzten Jahr einen Beitragsrückgang von 1,8 Prozent auf 374 Mio. Euro. Die Schaden-Kostenquote sank gegenüber dem Vorjahr um 4,8 Prozentpunkte auf 101,5 Prozent. Der Jahresüberschuss vor Steuern, der 2018 durch den Verkauf der Rechtsschutzversicherungssparte beeinflusst wurde, lag 2019 bei 6,5 Mio. Euro.

Deutlich gravierender fiel das Beitragsminus in der Pensionskasse aus: Zwölf Mio. Euro an Beitragseinnahmen standen Ende 2019 in den Büchern der Alte Leipziger, ein Rückgang von 44,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Bausparkasse verzeichnete 2019 mit einer Bausparsumme von 859 Mio. Euro (plus 9,3 Prozent) im Neugeschäft das beste Ergebnis ihrer Unternehmensgeschichte.

Autor: VW-Redaktion

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