Debeka prüft nach Corona-Fauxpas eines Managers „arbeitsrechtliche Konsequenzen“

Konzernsitz der Debeka in Koblenz. Quelle: Debeka

Die Debeka hat sich im Rahmen des Corona-Virus einen PR-Fehltritt geleistet. Ein Landesgeschäftsstellenleiters  sah in den Maßnahmen der Regierung hinsichtlich Schulschließungen und Kontaktreduktion neues Vertriebspotenzial. Das hat er seinen Untergebenen schriftlich mitgeteilt. Die Debeka hat reagiert und spricht von „arbeitsrechtliche Konsequenzen“ gegen den Manager.

Die Grenze zwischen engagiert und übertrieben ist schmal, das gilt wohl in wenigen Bereichen so sehr wie im Vertrieb. Ein Debeka-Manager hat diese Grenze nun überschritten, wie Business Insider berichtete. Die von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Kraft gesetzten Maßnahmen wie Schulschließungen und weitestgehende Isolation wollte der Manager für den Vertrieb nutzen.

In dem Schreiben heißt es: „Sehr geehrte Herren, aufgrund der aktuellen Situation sind Lehrerinnen und Lehrer frühzeitig in die Ferien ‚geschickt‘ worden. Hieraus ergeben sich für uns hervorragende Möglichkeiten, diesen Personenkreis ab sofort auch ganztags zu terminieren.“

Er fordert „Führungskräfte und Mitarbeiter“ auf, „entsprechend Selektionen zu fahren und umgehend Termine für die kommenden Wochen zu vereinbaren“. Die Nachricht sollte unter den Mitarbeitern verbreitet werden, so seine Anweisung. Das ist für die Außendarstellung der Koblenzer nicht glücklich, wie die Reaktion der Zentrale in Koblenz zeigt. 

„Wir haben gestern Kenntnis von dem Brief erhalten. Der Mitarbeiter hätte das Schreiben nicht verschicken dürfen und dementsprechend war es auch nicht abgestimmt. Wir distanzieren uns eindeutig davon und verurteilen diese Handlung eines Einzelnen deutlich. Gegen den Verfasser prüfen wir derzeit arbeitsrechtliche Konsequenzen und haben ihn dazu aufgefordert, das Schreiben umgehend zu widerrufen.“ Das sei zwischenzeitlich auch erfolgt“, wie ein Unternehmenssprecher auf Anfrage bestätigt.

Weiter heißt es in der Antwort der Zentrale: „Davon abgesehen haben wir zum Schutz unserer Mitglieder und Mitarbeiter bereits frühzeitig Maßnahmen eingeleitet, um Kontakte zu reduzieren und die Ausbreitung des Coronavirus weiter zu verzögern.“

Autor: VW-Redaktion

17 Kommentare

  • So ist das bei der Debeka, es sind immer Einzelfälle, der Vorstand wusste weder von Datenschutzverstößen, noch von solchen Arbeitsanweisungen des Landesgeschäftsstellenleiters – was für ein armer Vorstand!

  • Das Koblenzer Ischgl
    In den internen Handlungsanweisungen „FAQ“ für die über 8.000 Mitarbeiter im Außendienst und den Geschäftsstellen heißt es aktuell 19.03. / 11:06 Uhr) immer noch, dass „…grundsätzlich kein Erfordernis sehen, Geschäftsstellen oder Kundenzentren zu schließen.“ Begründung: Letztlich seien andere öffentliche Räume, wie z.B. Kinos, ja auch geöffnet.
    Außendienst: „Es geht darum, größere Menschenansammlungen zu meiden. Ja, Kundentermine können weiterhin stattfinden. Auch hier empfehlen wir, verstärkt auf die empfohlenen Hygienemaßnahmen zu achten.“

    Der aktuelle Vorstandsbrief an alle Mitarbeiter erwähnt die theoretische Möglichkeit für den Außendienst, auf Telefonverkauf umzustellen. Die nötige Technik dazu (Diensthandy und datenschutzkonforme Abläufe beim Arbeiten von zu Hause) fehlen aber noch, an Lösungen werde aktuell gearbeitet. Bis dahin: KEINE konkreten Handlungsempfehlungen für den Außendienst.
    Beim Datenschutzskandal ging es hauptsächlich um einen Reputationsschaden für die Debeka, hier geht es zusätzlich um die Gesundheit von Kunden und Mitarbeitern. Über das „Kitzloch“ im Paznauntal wird getitelt: „Gier und Inkompetenz“ – die gibt es leider scheinbar woanders…

  • Erinnert mich an meine Zeiten bei der Debeka, an meine Vorgesetzen, und dass mein Abgang eine hervorragende Entscheidung war.

  • Auch Angestellter

    Also so ist bei der Debeka – eigentlich verwunderlich, dass das eine Ausnahme sein soll! Und ich bin jetzt auch einige Jahre dabei…

  • Vielleicht gibt es unter den vielen Mitarbeitern des Hauses einen Mathematiker, der die Folgen dieses Handelns berechnen kann. Die Unternehmensleitung kann es offensichtlich nicht.
    Es geht hier um die Gesundheit von Menschen im Unternehmen und im gesamten Land !

  • Bis heute keine Regelung für den AD. Kundenbesuche sollen weiterhin stattfinden! Unglaublich! Bitte auf der Zunge zergehen lassen: Die größte deutsche private Krankenversicherung lässt weiterhin den AD zu den Mitgliedern. Die Möglichkeit besteht, dass der AD somit aktiv an der Ausbreitung beteiligt ist. Für die HV und die Geschäftsstellen wurde eine pressetaugliche Sofortmaßnahme getroffen. Aktuelle Pressemeldungen verkünden, dass die Debeka mit Rekordeinnahmen in das Jahr 2020 startete. Die Außendienstler hingegen bangen um ihr weiteres monatliches Einkommen. Durch abgesagt Kundentermine werden logischerweise weniger Abschlüsse und somit weniger Provisionen generiert. Viele werden auf das Mindesteinkommen zurückfallen. Zu erwarten sind mit Sicherheit auch Stornos zuvor abgeschlossener Anlageverträge. Bei einer Stornohaftung von 10 Jahren, ich mag nicht daran denken… Scheint das Jahr bereits im März gelaufen zu sein verdiensttechnisch…Das somit stetig aufgebaute Minuseinkommen wird irgendwann nicht mehr aufgeholt werden können. Das motiviert! Aktuell werden einzelnen Mitarbeitern für die nächsten Monate Dahrlehen zum Ausgleich der zu erwartenden Gehaltseinbußen angeboten, die in monatlichen Raten am Ende (wann auch immer das ist) zurückgezahlt werden müssen. Eine Einzelfallentscheidung, die sowieso nur für etwa 50% des gesamten AD überhaupt in Frage kommt, aufgrund diverser Voraussetzungen. Soviel zum Thema GLEICHBEHANDLUNG. Nach außen zeigt sich die Debeka als mit der Zeit gehende vorzeige Versicherung. Alles für den Dackel, alles für den Club. Die Struktur im Innenverhältnis ist eher mittelalterlich angehaucht (Konkurrenzdenken, Missgunst und Wettbewerb fördern nicht unbedingt das Miteinander untereinander)und das Bezahlmodell (wenn man das privat Handy und den Privatwagen und die sonstigen privat angeschafften Kleinigkeiten und Kosten mit berücksichtigt) vorchristlich… Vielleicht verschläft die Debeka diesmal nicht die gegebenen Möglichkeiten für sich zu nutzen, und einen Erfolg für das GESAMTE Unternehmen Debeka zu generieren. Und das mit Umdenken und Neuordnung, und NICHT mit komischen Dienstanweisungen, die das Image zusätzlich zum Coronavirus belasten

  • Die Debeka hat ihre Kundenzentren geschlossen. Ausserdem wird der Außendienst in diesen schweren Zeiten super unterstützt. Vielen Dank hierfür. Die Kritiker sollten sich mal an den Kopf fassen und solchen Mist seinlassen.

  • Ein Arbeitgeber, der sofort Kurzarbeit verordnet oder fleißig Kündigungen schreibt ist natürlich viel besser, als ein Arbeitgeber, der Lösungen anbietet. (Ironie off)

  • Naja…Darlehen anzubieten ist jetzt nicht wirklich eine gute Lösung. Aber es geht hier um etwas anderes. Dieser oben beschriebene Landesgeschäftsstellenleiter geht offenbar gern mal über Leichen. Vom Vorstand wird es keine arbeitsrechtlichen Verfügungen geben (wird unter den Tisch gekehrt). Dieser Typ hat übrigens diese Woche (gestern oder vorgestern) noch ein Assessment Center für neue Mitarbeiter veranstaltet, anstelle so etwas abzusagen… unfassbar…man darf sich fragen, ob das noch Dummheit ist… Gute Besserung Herr B.!!!

  • Im Debeka Forum sind ja praktisch nur Ja-Sager, ist ja auch kein Wunder, Big-Brother liest mit! Und hier tauchen auch schon die Beschwichtiger auf! Es ist eine Sauerei, den Außendienst nicht einzustellen! Stattdessen wird empfohlen, den Kunden vorher zu fragen, wo er in Urlaub war…. was für Schwachmaten! Und: Ausgangssperre gilt für Debeka ja nicht, wir müssen ja zum Kunden…

  • Ja, Identifizierung bei Altersvorsorge und Bausparen muss ja persönlich sein – also macht telefonische Beratung und schickt die Kunden zur Identifikation in die nächste Geschäftsstelle!

  • Sollte es diese E Mail tatsächlich so gegeben haben stellt sich mir als neutraler Betrachter die Frage warum und wieso vertraut die Debeka auf so einen „Manager“? Finden die keinen Intelligenten oder haben die den Dümmsten auf der Position? In meinem Unternehmen sind schon Leute gefeuert worden wegen anderen Kleinigkeiten! Wer solch ein Verhalten toleriert….. ! ?

  • Im internen Forum der Debeka wird geschrieben: „Für uns gilt ja die Ausgangssperre nicht, wir fahren weiterhin zu Kunden.“ Im Rundschreiben werden wir angewiesen vor einem Kundentermin den Kunden zu fragen, wo er in Urlaub war! Wie unverantwortlich das ganze Unternehmen und ein Großteil der Mitarbeiter – aber so kenne ich das nach vielen Jahren in diesem Unternehmen, man denkt an sich und niemals an andere! Und wie eklen mich diese speichelleckenden Dankesager in diesem internen Forum! Wie in der DDR, alles Mitläufer, wie es geendet hat weiß man ja „für jeden Cent gibts 3 %“ und danach keine Bausparkasse mehr…

  • Hallo,
    dem Außendienst wird empfohlen, Beratungen und Abschlüsse via Telefon, Post und Emails zu tätigen. Die Servicebüros und Geschäftsstellen sind nur noch per Telefon oder Briefkasten erreichbar. Das Geschäft steht nicht still, man kann durchaus Beratungen am Telefon machen, zumal die Leute da einem sehr entgegen kommen, angesichts der Lage.
    Außerdem wird vieles erleichtert, wenn man sich mal die aktuellen Rundschreiben anschaut, wird man es erkennen..

    Ich finde, es ist eine Frechheit, sich hier so als Debeka-Mitarbeiter auszulassen!
    Über Dinge, die intern sind und mit dem jeweiligen Teamchef oder Geschäftsstellenleiter geklärt werden können.
    Ich empfinde es als illoyal und dumm, sich hier so zu äußern. Verkauft doch Schuhe oder handyverträge! ach ja, geht nicht, die Läden sind dicht, merkt ihr es noch? Wir bekommen unser Gehalt trotzdem! Obwohl wir weniger Kundengespräche haben als sonst.

    Wer Anbahnungen hat und die dann indirekt abwickelt, ist trotzdem noch fähig Provisionen zu erwirtschaften. Seid kreativ und hört auf zu jammern, anderen geht es viel beschissener !

    Außerdem!

    Dem Landesgeschäftstellenleiter wird man hoffentlich Maßnehmen und man bedenke, es gibt immer schwarze Schafe, das hat nichts mit dem Unternehmen zu tun.
    Vg

  • Ich finde es beschämend,wenn sich hier Mitarbeiter in so einer Art und Weise über ihren Arbeitgeber auslassen. Warum seid ihr dann noch bei der Debeka.
    Das Verhalten des Kollegen ist natürlich inakzeptabel und die Debeka wird sehr wohl arbeitsrechtliche Maßnahmen ergreifen.
    Ich bin seit 23 Jahren bei der Debeka angestellt und mit Sicherheit kein ja- Sager oder Speichellecker.
    Wenn die Debeka so schlimm ist, sucht euch bitte einen anderen Arbeitgeber und streicht nicht jeden Monat das Mindesteinkommen ein, wenn ihr noch nicht mal Loyalität aufbringen könnt.
    Es ist nur peinlich.
    VG

  • Wen wundert es schon, dass die Debeka von nichts weiß und stets die Schuld weit weg von Koblenz schiebt?

    In diesem Verein kommt es ja zum Glück auch nie vor, dass der Datenschutz mit Füßen getreten wird oder dass Mitglieder hinsichtlich ihrer Bausparverträge betrogen werden….

  • Das ganze ist scheinbar nicht so einfach. Ich als langjähriger Mitarbeiter wurde per Rundschreiben angewiesen mich als Risikoperson nach RKI zu melden wenn ich zu dieser Personengruppe gehöre. Das ganze wurde über die Geschäftsstelle durch eine Mail nochmals angefragt. Gebracht hat es bis jetzt nichts. Ich muss genauso weiter arbeiten wie alle anderen. Was sich die Debeka dabei gedacht hat erschließt sich mir nicht.

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