Baloise profitiert vom Ausstieg der Konkurrenz aus dem Lebengeschäft

Baloise-Zentrale. Quelle: Baloise

Aktionäre eines Versicherungsunternehmens können sich dieser Tage über ordentliche Dividenden freuen. Aktuelles Beispiel: die Baloise. Der Schweizer Versicherer erwirtschaftete 2019 einen Aktionärsgewinn von 694,2 Mio. Franken, einem Plus von 32,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dabei profitierten die Eidgenossen auch vom Rückzug der Axa aus dem Lebengeschäft.

So lagen die Bruttoprämien im Lebengeschäft mit 4.060,3 Mio. Franken um 20,8 Prozent über dem Vorjahreswert. In der Sachsparte verzeichnete die Baloise ein Beitragsplus von 4,0 Prozent 3.542,1 Franken. Dazu trug neben dem Heimatmarkt auch Belgien durch den Fidea-Verkauf mit einem Prämienplus von 13,8 Prozent auf 1.251,1 Mio. Franken bei. Die Combined Ratio verbesserte sich um 1,3 Prozentpunkte auf 90,4 Prozent. Freuen können sich die Aktionäre über eine höhere Dividende von 6,40 Franken (2019: 6,00 Franken). Gleichzeitig setzt der Schweizer Versicherer verstärkt auf Dienstleistungen rund um Heim und Mobilität. So hatte die Baloise einen Wäscheservice, eine Handwerker- und eine Umzugsplattform dazugekauft sowie ein eigenes Fintech und eine Mobilitätsplattform aufgebaut.

„Hohe Innovationskraft, ein sehr starkes Kerngeschäft und zwei Akquisitionen prägen ein außerordentlich erfolgreiches Geschäftsjahr 2019. In der aktuellen strategischen Phase haben wir im letzten Jahr die Halbzeit überschritten und wesentlich die Weichen für unsere Zukunft gestellt. Bei der Zielerreichung in den Dimensionen Mitarbeiterzufriedenheit, Kundenwachstum und Cash-Generierung sind wir gut auf Kurs. Waren die ersten beiden Jahre der Fünf-Jahres-Strategiephase Simply Safe noch geprägt von ersten Versuchen mit neuen digitalen Angeboten, so akzentuieren sich mit den Ökosystemen Heim und Mobilität die Fokusfelder der Baloise für die kommenden Jahre. Neben dem Ausbau der digitalen Initiativen arbeiten wir kontinuierlich an der Optimierung und der Erweiterung des Versicherungskerngeschäfts. In Belgien konnten wir dieses durch die Zukäufe von Fidea und Athora deutlich stärken“ kommentiert Vorstandschef Gert De Winter.

Die Auswirkungen des Corona-Virus bekommt indes auch der Schweizer Versicherungskonzern zu spüren. Mit Blick auf das eigene Unternehmen schätzt der Baloise-Chef die Kosten auf einen „tiefen zweistelligen Millionenbetrag“, wobei die Auswirkungen derzeit noch schwer abzuschätzen seien. Nach Ansicht von De Winter dürften in der Versicherungswirtschaft entsprechende Kosten eher auf die Reiseversicherungen zukommen, in denen die Baloise jedoch eher unterdurchschnittlich exponiert sei. Auch bei Event-Versicherungen sei Baloise nicht sehr stark, zumal krankheitsbezogene Ausfälle in der Regel nicht von den Versicherungen gedeckt würden.

Autor: VW-Redaktion

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