Nachhaltigkeit: NGO stellt erschreckende Mängel bei führenden Versicherern fest

Arek Socha auf Pixabay

Nachhaltigkeit wird bei den Versicherungsunternehmen in der Außendarstellung großgeschrieben. Allerdings weisen die Anlagestrategien der Lebensversicherer teils erhebliche Defizite in Bezug auf Klima- und Naturschutz sowie den Ausschluss von Waffen aus. Dies geht aus einer Analyse des Berliner NGO Facing Finance hervor.

Dafür habe man die Nachhaltigkeitsrichtlinien von fünf der größten deutschen Lebensversicherer (Allianz, Axa, R+V, Zurich und Debeka ) systematisch anhand von rund 150 Kriterien in Bezug auf ihre Übereinstimmung mit internationalen Nachhaltigkeitsstandards überprüft und teils erschreckende Mängel festgestellt. Demnach würden deren Anlagestrategien teils erhebliche Defizite in Bezug auf fast alle sozial- ökologische Kriterien ausweisen.

Spitzenreiter sei demnach die Allianz Leben, deren Anlagestrategien zu 36 Prozent den Kriterien des Fair Finance Guides entsprechen würden. Hohe Defizite habe Fcaing Finance jedoch in den Bereichen Klimaschutz, Naturschutz, Geschlechtergerechtigkeit und Steuern festgestellt.

Auch bei den anderen untersuchten Lebensversicherern Axa (30 Prozent), R+V (25 Prozent) und Zurich (21 Prozent) würden vor allem mangelnde Bestimmungen für den Naturschutz und die Geschlechtergleichheit auffallen Keine der untersuchten Unternehmen habe sich bisher vollständig von Investitionen in Kohleunternehmen verabschiedet. Die Debeka, die am schlechtesten bewertete Versicherung (16 Prozent), habe fast gar keine konkreten Bestimmungen veröffentlicht, kritisiert das Berliner NGO.

„Finanzinstrumente und -produkte müssen hierzulande Risikoklassen zugeordnet werden, doch leider gilt dies nur für Verlustpotenziale, nicht aber für soziale und ökologische Risiken, die mit diesen Produkten verbunden sind“, kritisiert Thomas Küchenmeister, geschäftsführender Vorstand von Facing Finance.

„Auch wenn sie sich vielen internationalen Initiativen anschließen, die die Verantwortung des Finanzsektors anerkennen, investieren die Versicherungen immer noch zu stark in Kohle- oder andere kontroverse Unternehmen, die das Klima oder die Umwelt zerstören“, ergänzt Julia Dubslaff, die die Untersuchung für Facing Finance durchgeführt hat.

Autor: VW-Redaktion

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