Allianz Pulse: Deutsche, Franzosen und Italiener sorgen sich um soziale Frage

Quelle: Bild von Greg Montani auf Pixabay

Was treibt die Menschen in Europa derzeit besonders um? Die Allianz hat erstmals in Deutschland, Frankreich und Italien jeweils 1.000 Bürger nach ihren Ansichten zu den wichtigsten politischen Themen befragt. Das Ergebnis: Soziale Themen stehen dabei ganz oben auf der Agenda.

So gilt die soziale Ungerechtigkeit mittlerweile als größte Sorge – noch vor der Einwanderung. 75 Prozent der italienischen Befragten und jeweils 71 Prozent der Franzosen und Deutschen zeigten wachsendes Unbehagen hinsichtlich der Einkommensungleichheit. Jobs und Renten waren andere Stressfaktoren.

„Viele Befragte scheinen eine drohende Pensionskrise zu befürchten“, sagt Arne Holzhausen , Leiter Versicherung und Vermögen bei Allianz Research und Mitautor der Studie. „Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels, der Nullzinsen und der sich wandelnden Arbeit sind diese Befürchtungen nicht völlig unbegründet. Das Rentenproblem kann jedoch nicht allein von den Regierungen gelöst werden. Eigenverantwortung – eigene Sparbemühungen – sind ebenfalls wichtig.“

Die Italiener sorgen sich dabei vor allem um die Arbeitsplätze, während die Deutschen sich stärker für Rentenreformen interessierten. Etwa zwei Drittel der französischen Befragten äußerten sich über beide Fragen besonders besorgt. Zudem sorgen sich die Italiener und Franzosen eher um die Arbeitslosigkeit in ihren Ländern als die Deutschen. Die Allianz-Ökonomen führen dies vor allem auf den stabilen Arbeitsmarkt in der Bundesrepublik zurück.

Dennoch steht der Klimawandel ebenfalls ganz oben auf der aktuellen politischen Agenda. Laut Studie waren demnach vor allem die Franzosen und die Deutschen waren besonders besorgt über den Klimawandel und stuften ihn als zweit- bzw. drittgrößtes Risiko für ihre Länder ein.

„Angesichts der Erwartungen an die nächste EU-Kommission ergibt sich ein relativ klares Mandat“, kommentiert der Chefökonom der Allianz, Ludovic Subran. „Es sollte sich auf grenzüberschreitende Probleme wie Klimawandel und Einwanderung konzentrieren. Die nationalen Regierungen sollten sich dagegen auf Antworten auf die soziale Frage konzentrieren. Es ist eine ordentliche Arbeitsteilung und ein Rezept, um Europa wieder in Schwung zu bringen.“

Autor: VW-Redaktion

Link: Der vollständige Allianz Pulse 2019. (PDF)

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