Axa strukturiert Personalabteilung um

Axa-Manager Johannes Dick. Bildquelle: Axa

Die deutsche Niederlassung der Axa gibt dem Thema KI und Daten innerhalb des Vorstandsressorts Personal eine höhere Gewichtung. Zum Jahreswechsel wird der Bereich „Data Experience“ in die Abteilung integriert. Der Versicherer reagiert damit auf die Wucht von KI-Inhalten, die auf die Mitarbeiter der Assekuranz täglich einprasseln und besser kontrolliert werden müssen. Sirka Laudon verlässt das Unternehmen. Für die Nachfolge greifen die Kölner auf einen Mann zurück, der unter dem heutigen Konzern-CEO Thomas Buberl einmal als Assistent arbeitete.

Mit dem Abgang von Laudon geht im Personalbereich der Axa eine kleine Ära zu Ende. Die studierte Psychologin war seit 2019 für den Versicherer an der Colonia-Allee 10-20 tätig. Ihr Job hatte viele Bezeichnungen: Sie reichen von Arbeitsdirektorin, Chief Human Resources Officer bis zur Chefin People Experience. Am Ende des Tages hatte Laudon dafür zu sorgen, die Mitarbeiter in der Transformation mitzunehmen.

Eines ihrer Großprojekte war der Übergang zum Homeoffice in der Corona-Zeit und danach. Zuvor kündigte der Pariser Konzern bereits 2017 an, seine Arbeitskultur quasi auf den Kopf zu stellen. Im Kern ging es darum, sich von festen Büroarbeitsplätzen zu trennen. Das Unternehmen setzt auf das Konzept des „Desk-Sharing“, bei dem Mitarbeiter keinen fest zugewiesenen Schreibtisch mehr haben, sondern sich flexibel verfügbare Plätze teilen. Dieses Modell ist auch Teil der New Way of Working-Strategie von Axa.

Laudon selbst arbeitete vor ihrem Wechsel zur Axa in HR-Zuständigkeiten bei der Deutschen Bahn, Springer und Otto. Sie verlässt den Versicherer zum 31. Oktober auf eigenen Wunsch, wie es heißt. Was die Managerin nun plant oder wo sie künftig anheuert, ist bislang nicht bekannt.

Ihr Nachfolger dagegen steht schon fest. Ab dem 1. November tritt Johannes Dick die Stelle des Vorstands People Experience an. Der Betriebswirt ist seit rund 13 Jahren für die Axa tätig. Zwischen 2012 und 2014 assistierte er dem damaligen Deutschlandchef Thomas Buberl.

Als Leiter des Bereichs Strategie, Data und Organisation führte Dick später das Programm „Agile@Scale“ und kurbelte die agile Transformation des Unternehmens voran. Zuvor war er Chef der Konzernentwicklung und baute den Axa Innovation Campus und das Data Innovation Lab auf. Von 2018 bis 2020 arbeitete Dick als Global Head of Data Analytics and Innovation. Aktuell leitet er das Firmenkundengeschäft im Ressort Sachversicherung.

Das Ressort, das Dick in seiner jetzigen Form von Laudon übernimmt, wird es zum 1. Januar 2026 in stark abgeänderter Form geben. „People Experience“ heißt dann „People and Data Experience“. Die Deutschlandeinheit des Versicherers wolle ihren Fokus auf Menschen sowie Daten und künstliche Intelligenz setzen.

„Menschen, Daten und KI sind fundamental für die Zukunft unserer Branche und unseres Unternehmens. Nur im Zusammenspiel können sie ihr volles Potenzial entfalten“, sagt Dick. „Künstliche Intelligenz verändert unseren Alltag und auch die Art, wie wir arbeiten.“

Deutschland ist die erste Ländereinheit, die diesen Schritt auf Vorstandsebene geht und HR- sowie Daten- und KI-Themen auf Vorstandsebene zusammenschnürt.

Autor: Michael Stanczyk