Allianz schließt Indien-Deal mit Jio Financial ab

Allianz-Chef Oliver Bäte. Bildquelle: Allianz

Schon im März standen die Zeichen gut, dass ein Geschäft zustande kommt. Jetzt meldet die Allianz Vollzug. Über ihre Tochtergesellschaft Allianz Europe B.V. hat der Versicherer mit Jio Financial Services Limited eine verbindliche Vereinbarung zur Gründung eines Rückversicherungs-Joint Ventures in Indien geschlossen. Jedes Unternehmen hält jeweils 50 Prozent der Anteile.

Die Rückversicherungspartnerschaft vereine die lokale Expertise und die digitale Präsenz von JFSL mit der Kompetenz der Allianz im Underwriting und in der globalen Rückversicherung, heißt es in einer Mitteilung. Das Joint Venture wird auf bestehende Portfolios und Marktaktivitäten von Allianz Re und Allianz Commercial in Indien aufbauen. Allianz Re ist seit über 25 Jahren mit Rückversicherungslösungen im Markt aktiv. Die gesetzlichen und behördlichen Genehmigungen stehen noch aus. Sobald diese erfolgt sind, nimmt das Joint Venture seine Geschäftstätigkeit auf.

Die beiden Konzerne haben darüber eine unverbindliche Vereinbarung zur Gründung eines paritätisch geführten Joint Ventures für das Lebens- und Sachversicherungsgeschäft unterzeichnet. Unter den etablierten Marken JFSL und Allianz soll ein breiteres Versicherungsangebot auf dem wachstumsstarken indischen Markt auf den Weg gebracht werden.

Die Allianz habe sich nach eigenen Angaben „in hohem Maße dem langfristigen Wachstum Indiens verschrieben.“ Indien ist die global viertgrößte Volkswirtschaft und verzeichnet ein starkes Wirtschaftswachstum, angetrieben durch eine vorteilhafte demografische Entwicklung. „Die wachsende Mittelschicht und die steigende Nachfrage nach Versicherungslösungen bieten attraktive Chancen für eine langfristige Wertgenerierung“, heißt es in einer Mitteilung.

Jio Financial Services sitzt in Mumbai und wurde 1999 unter dem Namen Reliance Strategic Investments Private Limited nach dem damaligen Companies Act von 1956 gegründet. Im Zuge einer späteren Umfirmierung erhielt das Unternehmen 2002 eine neue Gründungsurkunde unter dem Namen Reliance Strategic Investments Limited. Im Rahmen der Abspaltung vom Mutterkonzern Reliance Industries Ltd. erfolgte schließlich die Umbenennung in Jio Financial Services Limited. Seit 2023 ist das Unternehmen an der Börse gelistet. Ein größeres Joint-Venture führt Jio bereits mit dem Vermögensverwalter BlackRock.

Früheren Medienberichten zufolge strebte die Allianz im Rahmen der Zusammenarbeit eine Mehrheitsbeteiligung an, zeigte sich jedoch auch offen für eine Minderheitsbeteiligung mit erweiterten Mitspracherechten und der Option, zu einem späteren Zeitpunkt die Kontrolle zu übernehmen.

Im März gab die Allianz bekannt, sich von den Beteiligungen an den seit 2001 bestehenden indischen Sach- und Lebensversicherungs-Joint Venture-Gesellschaften zu trennen. Der Versicherer teilte mit, eine verbindliche Vereinbarung mit Bajaj Finserv über den Verkauf des 26-prozentigen Anteils an Bajaj Allianz General Insurance und Bajaj Allianz Life Insurance getroffen zu haben. Der Kaufpreis beläuft sich auf rund 2,6 Milliarden Euro und soll in mehreren Tranchen gezahlt werden.

Autor: Michael Stanczyk