Allianz Deutschland baut um

Quelle: Allianz

Die Allianz Deutschland plant die Führung zentraler Bereiche ihres Kundenservices, die bisher im Vorstandsressort „Operations“ gebündelt sind, in die Zuständigkeit der Allianz Sach-, Lebens- und Krankenversicherung zu überführen. Ziel sei es, Schnittstellen zu reduzieren sowie die Produktverantwortung mit der operativen Serviceverantwortung direkt zu verzahnen, berichtet der Versicherer. Die Vorgaben kommen von ganz oben.

„Kundenzufriedenheit ist einer unserer zentralen Wachstumsmotoren“, erklärt der Vorstandsvorsitzende der Allianz Deutschland AG, Klaus-Peter Röhler. „Sie startet mit der Konzeption einfacher, leistungsstarker und verständlicher Versicherungs- und Finanzprodukte – braucht aber auch Kundenbegeisterung in Service und Schaden.“

Die Allianz habe nach eigenen Angaben hier, bei Produkten ebenso wie in Operations, in den letzten Jahren Fortschritte gemacht und die Grundlage gelegt, um jetzt den nächsten Schritt zu gehen: Die kundenzentrierte Serviceverantwortung einerseits und die Produktverantwortung andererseits zusammenzubringen.

Die Maßnahme soll zum 1. Oktober wirksam werden. Die drei Sparten Sach-, Lebens- und Krankenversicherung werden innerhalb der Allianz Deutschland AG die jeweiligen Betriebseinheiten sowie die produktspezifischen Teile von Business Process & IT Transformation verantwortlich führen.

Gleichzeitig sollen die verbleibenden, übergreifenden Einheiten von Operations, BIT und IT sicherstellen, dass sich die Allianz Deutschland und ihre Vertriebe auf skalierbare, marktnahe, stabile und sichere IT-Anwendungen verlassen können. Kunden ihrerseits erhielten ein einheitliches Auftreten und eine einheitliche Ansprache.

Plan von ganz oben

Die Pläne zur Vereinheitlichung und Umstrukturierung kommen von ganz oben. Allianz-Chef Oliver Bäte hat bereits auf der Bilanzpressekonferenz in diesem Jahr in der breiten Öffentlichkeit signalisiert, dass das mittlere Management bei Deutschlands führendem Versicherer schrumpfen soll. Bei den Landesgesellschaften gebe es zu viele Managementebenen. Im Konzern habe es vor zehn Jahren noch zwölf Managementebenen gegeben – nun seien es je nach Landesgesellschaft noch sieben bis acht. „Ich wette, in zehn Jahren sind es nur noch fünf oder sechs“, wird der Manager zitiert.

Der Gesamtkonzern strebt langfristig den Wandel zu einem schlanken Hightech-Versicherer mit digitalaffiner Zielgruppe an. Immer wieder gibt es in den Führungsspitzen heiße Debatten darüber, wie Produkte und Strukturen effizienter aufgebaut werden können. Neue Partnerschaften werden geschnürt, neue Projekte entstehen, z.B. das der Finanzplattform Heymoney.

Das Geschäftsmodell der neuen Allianz soll einfacher, digitaler und skalierbar werden. Das Mantra der Transformation lautet „Simplicity wins“.

Ende letzten Jahres berichtete das Manager Magazin davon, dass Allianz sein Deutschland-Geschäft deutlich verschlanken wolle und dafür den größten Umbau seit über einem Jahrzehnt plane. Sogar von einer Auflösung der Dachgesellschaft Allianz Deutschland AG und Integration in den Mutterkonzern war die Rede. Röhler, seit April Mitglied im Konzernvorstand, gilt als Vertrauter Bätes.

Personelle Veränderungen

Mit den strategischen Veränderungen in den Kundenservices bei Allianz Deutschland wird ein neues Führungsteam aufgebaut: In den Vorständen der Sparten Leben, Kranken und Sach entsteht jeweils die neue Ressortverantwortung des Chief Operations Officer (COO):

Jan Malmendier übernimmt die Aufgabe des COO im Vorstand der Allianz Versicherungs-AG. Er ist seit 2008 bei der Allianz, unter anderem als Ressortbereichsleiter Business Process & IT Transformation. Alf Neumann übernimmt die Aufgabe des COO im Vorstand der Allianz Lebensversicherungs-AG. Neumann ist seit 2012 Mitglied des Vorstands der Allianz Lebensversicherung und verantwortet dort den Bereich International und Digitalisierung, der zum gleichen Zeitpunkt in „Operations Leben“ umbenannt wird.

Kaan Günay startet in seiner Funktion als neu berufenes Vorstandsmitglied der Allianz Private Krankenversicherungs-AG die Rolle des COO im Ressort Kranken. Günay ist seit 2013 für die Allianz tätig und war zuletzt seit 2018 Head of Global Analytics bei der Allianz Technology in München.

Zudem hat der Aufsichtsrat der Allianz Private Krankenversicherungs-AG Klaus Berge zum 1. August in den Vorstand berufen. Er übernimmt das Ressort Finanzen von Katja de la Vin͂a. Berge ist seit 2006 in verschiedenen Funktionen für die Allianz tätig und war zuletzt Chief Financial Officer bei der Allianz SE Reinsurance.

Autor: VW-Redaktion