„Die Online-Beratung wird sich nach der Krisen-Phase extrem stark bei den Kunden etabliert haben“

Bastian Kunkel (Quelle: Jan-Philipp Behr //andsafe) und Stephan Peters (Quelle: privat)

Heute startet die MMM-Messe in München – allerdings ohne physische Präsenz und online. VWheute sprach mit den Referenten Bastian Kunkel und Stephan Peters über die aktuellen Herausforderungen für die Vermittler in Zeiten des Corona-Virus und ob die momentane Krise der Online-Beratung zum Durchbruch verhelfen wird.

VWheute: Wie finden Sie es, dass die MMM-Messe online stattfindet? Bringt es wirklich noch einen Mehrwert?

Bastian Kunkel: Ich finde das persönlich super. Messen, wie die MMM Messe sind für viele Vermittler enorm wichtig, um am Ball zu bleiben, was aktuelle Trends, Beratungskonzepte und neue Produkte angeht. In so kurzer Zeit eine so große Messe komplett online stattfinden zu lassen, verdient auch großen Respekt in Richtung der Organisatoren.

Stephan Peters: Ich finde es großartig, dass die Fonds Finanz in so kurzer Zeit ihre Messe digital abhält. So ist die wochenlange Vorbereitung nicht für die Katz und wichtige Inhalte zu verschiedensten Themen können auf diesem Wege an die Vermittler weitergegeben werden.

Ob es noch einen Mehrwert hat? #naklaaar! Erstens können jetzt viel mehr Menschen am Vortrag teilnehmen die vielleicht gar nicht in den Raum gepasst hätten und niemand muss sich zwischen zwei Vorträgen entscheiden. Alle Webinare werden nacheinander abgehalten, sodass man den maximalen Nutzen aus dem von den Rednern zur Verfügung gestellten Wissen zieht.

VWheute: In Zeiten von Corona müssen Vermittler überwiegend auf digitale Kanäle umsteigen. Wird das der große Durchbruch für die Digitalisierung und das Ende der persönlichen Beratung?

Bastian Kunkel: Digitalisierung, insbesondere Online-Beratung, sind kein Ende der persönlichen Beratung. Eine Online-Beratung ist genauso persönlich wie eine „Offline-Beratung“. Auch, wenn das viele Vermittler so noch nicht wahrhaben wollen. Nach der Krise wird es für viele Menschen das normalste der Welt sein, eine Online-Beratung wahrzunehmen oder nur digital mit dem Vermittler zu kommunizieren. Die Online-Beratung wird sich nach der Krisen-Phase extrem stark bei den Kunden  etabliert haben.

Stephan Peters: Aktuell will und kann ich nicht von Durchbrüchen sprechen, da nicht absehbar ist, wo die wirtschaftliche Reise unseres Landes hingeht. Aber eines hat die aktuelle Grippewelle 2020 geschafft. Verkäufer und Vermittler müssen sich endlich mit der Digitalisierung beschäftigen und die neuen Kommunikationswege nutzen um in Zeiten der Pandemie überhaupt noch Umsätze schreiben zu können.

Ob dies das Ende der persönlichen Beratung einläutet? Nein! Es wird noch lange Zeit kein Ende der persönlichen Beratung geben. Menschen brauchen Menschen! Nicht nur online, sondern auch real. Zumindest so lange, bis sich alle an eine digitale Beratung gewöhnt haben. Dafür muss jedoch noch viel passieren. Junge Menschen können zu 100 Prozent online beraten und betreut werden. Das ist heute schon so. Aber ein Großteil der Bevölkerung wird erst einmal bis auf Weiteres einen persönlichen Kontakt bevorzugen. 

Teaser zur MMM-Messe

VWheute: Wird bei Ihnen in der Krise nach wie vor nach Versicherungen gefragt oder spüren Sie, dass die Menschen andere Sorgen haben?

Bastian Kunkel: Gerade in der aktuellen Phase sind die meisten Menschen noch im „Panik-Modus“. Es herrscht große Unsicherheit. „Werde ich im nächsten Monat noch einen Job haben? Kann ich mein Restaurant bald wieder eröffnen, oder war’s das mit meiner Selbstständigkeit?“ Das sind die Fragen und Ängste, die die Menschen aktuell umtreiben. Da denken nur sehr wenige an den Neuabschluss einer BU oder Altersvorsorge.

Aber dies wird sich schlagartig ändern, wenn sich die Menschen an die neue Situation (u.a. Ausgangssperre) gewöhnt haben und es durch staatliche Maßnahmen wieder mehr Sicherheit in der Zukunftsplanung gibt. Und genau dann schlägt die große Stunde der Online-Beratung, bzw. digitalen Beratung. Denn die Menschen sind zu Hause und haben mehr Zeit als sonst. Sehr viele Menschen werden dann auch endlich die Versicherungsthemen angehen, die sie schon seit fünf Jahren endlich mal klären wollten.

Stephan Peters: Digitale Dienstleistungen sind so lange nicht von einer Pandemie betroffen, solange Geld beim Auftraggeber vorhanden ist. So kann ich weiterhin meine Videos drehen und Imagevideos für Makler drehen, die damit online auftreten und Kunden gewinnen können. Da ich als Video-Marketer nicht auf physischen Kontakt angewiesen bin, verändert sich bei mir erst einmal nicht so viel.

Das betrifft alle Berufe und Dienstleistungen die in der Lage sind, online einen Mehrwert zu schaffen. Das war auch die letzten Jahre schon so, nur hat es wie so oft der Großteil einfach mal wieder verpennt. Alle Vermittler hätten schon vor Jahren online gehen können, aber man verlässt aus Bequemlichkeit so ungern seine Komfortzone. Jetzt rächt sich diese Ignoranz. Aber jeder, der sich spätestens jetzt auf die neuen Kommunikationswege einstellt, wird aus der Krise gestärkt und besser aufgestellt hervorgehen. 

Die Fragen stellte VWheute-Redakteur David Gorr.

Link: Der Youtube-Kanal von Bastian Kunkel.

Link: Der Youtube-Kanal von Stephan Peters.

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