Allianz zahlt Millionen für abgebrannte Staatsoperette
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Mehr als ein Jahr ist es her, dass ein verheerender Großbrand die ehemalige Staatsoperette im Stadtteil Leuben in Schutt und Asche legte. Nun steht fest, wie viel Geld die Landeshauptstadt aus der Versicherungspolice der Allianz erhält. Die Summe ist zweistellig im Millionenbereich – doch an den Geldregen ist eine konkrete Bedingung geknüpft.
Wie aus einer aktuellen Beschlussvorlage hervorgeht, zahlt die Allianz auf Grundlage eines Schadengutachtens einen Regulierungsbetrag von insgesamt neun Millionen Euro. Nach Abzug einer überschaubaren Selbstbeteiligung von 5.000 Euro verbleibt der Stadt fast die vollständige Summe. Einen ersten Teilbetrag hat Dresden bereits erhalten: Im März floss ein Abschlag in Höhe von rund 3,5 Millionen Euro, zudem wurden die Abbruchkosten für die Brandruine von knapp 439.000 Euro bereits beglichen.
Damit ist noch ein Betrag von etwas mehr als fünf Millionen Euro offen. Um auch dieses Geld abzurufen, muss der Finanzausschuss der Vorlage zustimmen. Zudem verlangt der Versicherungsvertrag, dass innerhalb von drei Jahren auf dem Areal wieder „massive Gebäude im Umfang der Regulierungssumme“ errichtet werden. Der Geschäftsbereich von Baubürgermeister Stephan Kühn (Grüne) hat dafür bereits Pläne vorgelegt: Auf dem Gelände soll bis Ende 2028 ein neues Stadtteilhaus entstehen. Geplant sind Räumlichkeiten für das Sozialamt, eine Stadtteilbibliothek sowie eine Vier-Bahn-Kegelsportanlage.
Der Millionenentscheidung ging ein dramatischer Großeinsatz am 6. Juni 2025 voraus. Als die ersten Einheiten der Dresdner Feuerwehr am Tatort eintrafen, stand der Dachstuhl des historischen Gebäudes bereits lichterloh in Flammen. Binnen kurzer Zeit griff das Feuer auf das gesamte Hauptgebäude über. Das historische Gebäude brannte vollständig aus, der Zuschauerraum stürzte noch in der Brandnacht ein. Wegen akuter Einsturzgefahr wurden die Reste der Ruine ab November 2025 abgerissen. Nach dem Brand hatte die Polizei den Schaden zunächst auf einen sechs- bis siebenstelligen Betrag geschätzt.
Spätere Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Dresden ergaben den Verdacht der Brandstiftung. Fünf Kinder im Alter von 11 und 12 Jahren hatten im Zuschauersaal mit Feuerzeugen und Papier hantiert. Da die Kinder noch nicht strafmündig sind, stellte die Staatsanwaltschaft das Verfahren im Oktober 2025 ein.
Autor: VW-Redaktion
