VIG-Ukraine-Tochter schließt Rückversicherungsvertrag für Kriegsrisiko-Schutz

Ringturm der VIG in Wien. Quelle: Vienna Insurance Group / Robert Newald

Die ukrainische VIG-Tochter Kniazha VIG geht einen interessanten Weg bei der Absicherung von Kriegsschäden. Über eine Partnerschaft mit der US-Behörde International Development Finance Corporation startet der Versicherer ein Rückversicherungsprogramm, das sich an Privatpersonen und kleine Unternehmen (KMU) richtet. Der Vertrag wurde in Zusammenarbeit mit Aon geschlossen.

Seit dem 1. Februar 2026 ist ein Rückversicherungsvertrag mit der U.S. International Development Finance Corporation (DFC) in Kraft. Die Vereinbarung umfasst ein Volumen von 25 Millionen US-Dollar und ermöglicht es dem Versicherer, Kriegsrisiko-Policen mit einer Gesamtabdeckung von bis zu 100 Millionen US-Dollar anzubieten. Kniazha VIG, Tochtergesellschaft der österreichischen Vienna Insurance Group, gehört zu den ersten Versicherern, die eine Rückversicherungsvereinbarung mit der DFC abgeschlossen haben.

„Unsere Partnerschaft mit der DFC ist ein wichtiger Schritt zur Stärkung der Rolle der Kniazha VIG im Wiederaufbauprozess der Ukraine und spiegelt das langfristige Engagement der VIG für das Land wider“, erklärt Harald Riener, Vorstandsmitglied der VIG und Aufsichtsratsvorsitzender der Kniazha VIG, in einer Mitteilung. Man wolle durch den Ausbau von Lösungen für KMU und Bürger eine widerstandsfähige Plattform schaffen, die Marktchancen eröffne und zur langfristigen Stabilität beitrage.

Zustande gekommen ist der Vertrag in Zusammenarbeit mit Aon. In den letzten zwei Jahren kündigte Aon eine 50 Millionen US-Dollar schwere Rückversicherungsfazilität mit der DFC an, um Kriegsrisikoversicherungen für Unternehmen in der Ukraine zu unterstützen. „Seit Beginn des Krieges hat unser Engagement für die Ukraine unser Unternehmen dazu veranlasst, eine globale öffentliche und private Koalition aufzubauen, um das Land zu unterstützen und in dieses zu investieren“, sagt Unternehmenschef Greg Case.

2024 unterstützte Aon den Wiederaufbau in der Ukraine mit einem 350-Millionen-Dollar schweren Versicherungsprogramm. Mit im Boot: DFC. Versicherungskapazitäten aufzubauen und zugleich neue Kapitalinvestitionen sowie die wirtschaftliche Sanierung der Ukraine zu beschleunigen, wurde damals schon als Ziel ausgerufen.

Kriegsrisikoversicherungen decken Unternehmen gegen Verluste ab, die infolge von Konflikten entstehen. Die Tarife in der Region sind seit der Invasion Russlands im Februar 2022 stark angestiegen. Viele Versicherer zogen sich aus dem Markt zurück, nachdem sie zu Beginn des Krieges noch Schäden bezahlten, etwa für zerstörte Gebäude.

Ein Kernmerkmal des Programms war, lokale Versicherer mit dem nötigen Versicherungsschutz auszustatten, um Unternehmen im ganzen Land mit Kriegsrisikopolicen zu versorgen. Dies soll wiederum den Boden bereiten für dringend benötigte Investitionen für den Wiederaufbau. Neben Aon und DFC war der ukrainische Versicherer ARX an dem Programm beteiligt.

Autor: VW-Redaktion