FM: „Rasanter KI-Ausbau stellt Resilienz digitaler Infrastrukturen auf eine harte Probe“

Quelle: Ashraf Chemban auf Pixabay

Der Boom der künstlichen Intelligenz wird in den kommenden Jahren erhebliche Auswirkungen auf die globale Energieversorgung haben. Nach einer aktuellen Studie von Economist Impact, die im Auftrag des Industrieversicherers FM erstellt wurde, dürfte der Energiebedarf durch KI-Anwendungen bis 2028 um rund 60 Prozent steigen.

Der Bericht „Foundations at risk: assessing the resilience of data centres and digital infrastructure“ zeichnet ein deutliches Bild: KI wird den Energiebedarf bis 2028 um 60 Prozent in die Höhe treiben. Der weltweite Bedarf an Rechenzentren wird sich bis 2030 verdreifachen. Allein ihr Stromverbrauch dürfte sich in diesem Zeitraum auf 945 Terawattstunden mehr als verdoppeln.

Zwar wächst der Stromverbrauch nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) weniger schnell als die Rechenkapazitäten selbst. Dennoch warnt die Studie vor erheblichen Belastungen für die Stromnetze, da gleichzeitig der globale Energiebedarf insgesamt stark steigt.

Kritisch: Das tatsächliche Volumen an Rechenleistung, das durch KI entsteht, lässt sich kaum seriös prognostizieren. Hinzu kommen Infrastrukturfaktoren wie Kühlung oder Wasserversorgung sowie die Konzentration von Rechenzentren in Clustern an Standorten wie London oder Virginia – mögliche Engpässe seien damit vorprogrammiert.

„Unsere Forschungsergebnisse belegen, dass der rasante Ausbau der künstlichen Intelligenz die Resilienz digitaler Infrastrukturen auf eine harte Probe stellt“, sagt Jonathan Birdwell, Global Head Policy & Insights bei Economist Impact. „Steigender Energiebedarf, zunehmende Cyberbedrohungen und überlastete Netze bedingen systemische Risiken, die nicht länger ignoriert werden dürfen.“

Wenn Strategien zur Risikominimierung schon in der Auslegungs- und Bauphase berücksichtigt werden, könnten Unternehmen von Anfang an von erhöhter Resilienz profitieren, berichtet FM.

Autor: VW-Redaktion