Versicherer deklassieren IT-Branche beim Webauftritt

Websites im Effizienz-Check: Versicherer führen, IT hinkt hinterher. (Quelle: kimkin/Pixabay)

Die deutschen Versicherer präsentieren sich digitaler, als es selbst viele Branchenangehörige erwarten würden. So kommt eine Untersuchung des Sekretariatsdienstleisters ebuero zu dem Schluss, dass die Websites der hiesigen Versicherer im Vergleich mit Krankenhäusern, Kommunen, Rechtsanwälten und sogar IT-Dienstleistern den besten Eindruck hinterlassen. Die Ausnahme bildet eine leicht zu übersehende Web-Disziplin, in der alle untersuchten Versicherer maximal schlecht abschneiden.

Die Studienmacher von ebuero haben insgesamt 57 Internetauftritte aus fünf Branchen näher unter die Lupe genommen und diese einem „Effizienz-Check unterzogen“, wie es in einer Mitteilung heißt. Bewertet wurden Kriterien wie Ladegeschwindigkeit, mobile Optimierung, Navigation, technische Leistung und die Zahl fehlerhafter Links.

Das Ergebnis ist für die Versicherungsbranche, die in IT-Fragen nicht gerade als sonderlich selbstbewusst gilt, überaus erfreulich. So schneidet das Segment „Versicherer & Finanzunternehmen“ im Branchenvergleich am besten ab. Mit einem Durchschnittswert von 13,2 Punkten liegen die Gesellschaften knapp vor den Kliniken (13,1 Punkte). Die maximal mögliche Wertung lag bei 16 Punkten – erreicht hat sie der Gesamtsieger Huk-Coburg, gefolgt von Talanx und Axa mit je 15 Punkten.

„Diese Unternehmen kombinieren eine sehr gute mobile Darstellung und zuverlässige Navigation mit hoher technischer Leistungsfähigkeit“, loben die Studienmacher. Damit zeige sich, dass in einem traditionell eher konservativen Sektor das digitale Nutzererlebnis mittlerweile ein klarer Wettbewerbsvorteil sei, wie die Autoren schlussfolgern. „Versicherungen setzen Maßstäbe“, heißt es anerkennend in der Mitteilung des Büro-Dienstleisters.

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Quelle: ebuero AG

Allerdings zeigt sich auch bei den Spitzenreitern ein Defizit: Während 90 Prozent der Versicherer eine sehr gute Bewertung für die Desktop-Ladezeit erhalten, fällt das Ergebnis auf Mobilgeräten deutlich ab. Dort erreichen alle untersuchten Anbieter lediglich die Mindestwertung von nur einem Punkt.

„Besonders bemerkenswert ist, dass ausgerechnet Versicherungen und Kommunen, die man nicht unbedingt als digitale Vorreiter kennt, im Ranking vorne liegen“, ordnet Laura Keddi, Marketingfachfrau von ebuero, die Ergebnisse ein. Ganz anders dagegen die IT-Branche: Sie landet im Vergleich mit durchschnittlich 12,1 Punkten am Ende.

Die größten Schwächen der IT-Dienstleister liegen laut Studie ausgerechnet bei der mobilen Performance. Ladezeiten von mehr als drei Sekunden sind hier die Regel. „Die IT-Branche dagegen, die für viele als Synonym für Digitalisierung steht, schneidet schwächer ab – vor allem mobil“, so Keddi.

Das Fazit der Studienautoren – das insbesondere auch für die Versicherer Raum für Verbesserungen lässt – lautet, dass eine starke Desktop-Performance allein nicht mehr ausreicht im Kundenkontakt. Wer Vertrauen und Professionalität ausstrahlen wolle, müsse die Online-Präsenz konsequent optimieren – und zwar auch für mobile Nutzer, so der Tenor der Marktbeobachter.

Autor: VW-Redaktion

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