Versicherungsmakler steigern Gewinn deutlich, aber die Hälfte bleibt unter 50.000 Euro

Bildquelle: Axa Deutschland

Der Bundesverband Finanzdienstleistung (AfW) hat etwa 1.100 freie Vermittler zu ihren Umsätzen und Gewinnen befragt. Dabei zeigt sich, dass die Schere von Gutverdienern und weniger erfolgreichen Maklern immer weiter auseinandergeht. Immer mehr Vermittlerbüros erzielen Gewinne von über 300.000 Euro pro Jahr. Der Anteil der Vermittler mit weniger als 50.000 Euro Gewinn stieg allerdings auch an.

In seiner jährlichen, inzwischen 16. Online-Branchenumfrage hat der Bundesverband Finanzdienstleistung AfW genau 1.108 Vermittler dazu bewogen, dass sie rund 50 Fragen zu ihrer Tätigkeit, ihrem Einkommen, der Regulierung und anderen Themen beantworten. Neun von zehn Befragten (89,1 Prozent) haben eine Erlaubnis für die Versicherungsvermittlung (§34d GewO), davon beraten rund 90 Prozent im Maklerstatus. 63 Prozent der Befragten verfügen über die Erlaubnis als Finanzanlagenvermittler/-in nach §34f GewO. Das durch das AfW-Vermittlerbarometer eruierte Stimmungsbild der Vermittlerschaft weist weit über den Verband hinaus, denn 58 Prozent der Befragten sind (noch) keine Mitglieder des AfW.

Im Endergebnis stand fest: Im Durchschnitt gaben freie Vermittler im November 2023 an, einen Umsatz in Höhe von 243.000 Euro und einen Gewinn von rund 79.000 Euro zu erzielen. Im Vergleich zur Vorjahresbefragung stieg der durchschnittliche Umsatz damit um 40.000 Euro (+20 Prozent) und der durchschnittliche Gewinn um 4.000 Euro (+5,3 Prozent).

Allerdings hat sich die Erhebungsmethode im Vergleich zu den Vorjahren etwas verändert hat, sodass die Veränderungen nicht so aussagekräftig sind, merkt der AfW an. In den Vorjahren wurde der Gewinn so abgefragt, dass er in vorgegebenen Spannen (z.B. 0–24.999 €) anzugeben war. Seit 2023 können die Befragten einen exakten Wert eingeben.  

Trotz der Steigerung des durchschnittlichen Gewinns befindet sich die Hälfte der befragten 1.100 Vermittler in den unteren Gewinn-Segmenten bis 50.000 Euro. Nur jeder fünfte Vermittler (19 Prozent) erreicht einen Gewinn von über 100.000 Euro (siehe Grafik). Nach Gewinn-Segmenten betrachtet gewannen vor allem diejenigen Vermittler hinzu, die Gewinne ab 300.000 Euro erzielten (plus 3,5%). Die Anzahl der Vermittler, die lediglich bis 50.000 Euro Gewinn aufwiesen, erhöhte sich hingegen leicht um 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der AfW spricht deshalb von einer „Polarisierung der Gewinnentwicklung“.


„Unabhängige Finanzberater haben insgesamt ihren Profit erhöht. Dennoch“, erläutert Frank Rottenbacher, Vorstandsmitglied des Bundesverbands Finanzdienstleistung AfW, „ist ein durchschnittlicher, noch zu versteuernder Gewinn von 80.000 Euro, der auch zur Risikovorsorge und zur Deckung der persönlichen Altersvorsorge verwendet werden muss, kein Grund für die Neiddiskussionen, die seitens der Politik oder Verbraucherschützern häufig angestoßen werden.“

Die weiteren Aussichten sind leicht positiv: Insgesamt rechnen die befragten Vermittler mit einem durchschnittlichen Umsatzplus von zwei Prozent für die Zukunft. Die unter 40-Jährigen erwarten sogar eine Umsatzsteigerung von 16 Prozent. Am skeptischsten sind hingegen Vermittler, die 60 Jahre oder älter sind. Hier wird lediglich mit einem leichten Minus von 2 Prozent gerechnet. Zudem blicken reine Versicherungsvermittler mit einer Umsatzprognose von plus 4 Prozent optimistischer in die Zukunft als Vermittler, die ausschließlich eine Erlaubnis nach § 34f GewO besitzen (–2 Prozent).

Autor: VW-Redaktion



Ein Kommentar

  • Solche Statistiken sind nicht aussagefähig.
    Was für Unternehmen wurden befragt ? Personengesellschaften oder Kapitalgesellschaften ?
    Welche Investitionen wurden getätigt, sind die befragten Makler eher im Personengeschäft oder im SHUK- Bereich tätig. Es gibt noch viele weitere Parameter, die eine solch pauschale Statistik als nichtssagend erscheinen lassen.

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