AOK Bayern geht das Geld für Zahnbehandlungen aus

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Mit 4,6 Millionen Versicherten ist die AOK Bayern mit Abstand die größte gesetzliche Krankenkasse im Freistaat und die viertgrößte in ganz Deutschland. In einem bestimmten Bereich scheint es offenbar Budgetprobleme zu geben. Nach Einschätzung der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns (KZVB) gibt es 2023 kein Geld mehr für Patienten, die noch einen Prophylaxetermin haben wollen. Hintergrund ist ein Streit um die Honorare der Zahnärzte.

Die zahnmedizinische Versorgung der rund 4,6 Millionen AOK-Versicherten ist offenbar akut gefährdet. Patienten müssen sich nach laut der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns (KZVB) auf längere Wartezeiten einstellen. Denn das Budget für die Behandlung sei „massiv überschritten“, erklärte die KZVB. Und die Krankenkasse ist offenbar nicht bereit, das Budget für die zahnmedizinische Prävention im Freistaat aufzustocken.

Hintergrund ist ein Streit über die Bezahlung der rund 10.000 Zahnärzte, für die die KZVB als Selbstverwaltungsorgan alle Finanzfragen regelt. AOK und KZVB haben sich in Verhandlungen um die Anhebung des Honorarvolumens gestritten und keine Einigung erzielt. Deshalb hat ein Schiedsamt entschieden, dass die Bezüge um 2,7 Prozent steigen.

Vorher hatte die Bundesregierung die Vorgabe gemacht, dass die Ausgaben der Kassen nicht stärker anwachsen dürfen. Die Steigerung um 2,7 Prozent reiche jedoch „nicht einmal annähernd für einen Inflationsausgleich“, kritisierte der KZVB-Vorstandschef Rüdiger Schott. Viele Zahnärzte müssten mit hohen Personal-, Material- und Energiekosten kalkulieren. Wenn sie für die erbrachten Leistungen von der AOK Bayern weniger Geld bekämen, habe das gravierende Folgen.

Budgetfrage noch nicht geklärt

Die AOK Bayern verwies darauf, dass die Anhebung der Vergütung um 2,7 Prozent den gesetzlichen Vorgaben der Bundesregierung entspreche. Die AOK erfülle also ihre vertraglichen und gesetzlichen Verpflichtungen. Die Kasse erwarte deshalb von der KZVB, dass auch sie „ihrer gesetzlichen und vertraglichen Verpflichtung“ nachkomme, die Behandlung aller Kassenpatienten sicherzustellen. „Mit den unzutreffend zugespitzten Äußerungen verunsichert die KZVB Patienten und Zahnärzte“, kritisiert Dr. Irmgard Stippler, Vorstandsvorsitzende der AOK Bayern. AOK-Versicherte haben keine Einschränkung bei der Behandlung zu erwarten. 

„Ob und inwieweit es zu Budgetüberschreitungen für 2023 kommt, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht festgestellt werden. Die endgültigen Abrechnungsergebnisse des Jahres 2023 liegen erst Mitte des Jahres 2024 vor“, erklärte die Pressestelle der AOK Bayern gegenüber Focus Online. „Erst dann kann definitiv festgestellt werden, ob die Gesamtvergütungsobergrenze tatsächlich überschritten wurde. Die AOK Bayern zahlt alle laufend abgerechneten Leistungen für 2023 in der aktuell angeforderten Höhe.“

Autor: VW-Redaktion

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