Hohe Sturmschäden belasten Gartenbau-Ergebnis

Christian Senft präsentierte erstmals als CEO der Gartenbau-Versicherung die Geschäftsbilanz des Spezialversicherers. Bildquelle: Gartenbau-Versicherung

Die Gartenbau-Versicherung hat im zurückliegenden Geschäftsjahr 2022 vor allem vom Auslandsgeschäft in Italien und in der Schweiz sowie im indirekten Geschäft mit der Vereinigten Hagelversicherung profitiert. Das Auslandsgeschäft macht nun 46 Prozent aus.

Insgesamt stiegen die Beitragseinnahmen Unternehmensangaben zufolge um 8,8 Prozent auf 110,7 Mio. Euro. Dabei zeichnete die Gartenbau-Versicherung 2022 erstmals auch Verträge in Polen, wo sich der Spezialversicherer als einer von drei Partnern der AgroRisk Polska engagiert. Allerdings lag die Brutto-Schadenquote im europäischen Direktgeschäft mit 69,4 Prozent erneut über dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre. Dazu haben laut Versicherer vor allem Wetterextreme in Frankreich, Italien und den Niederlanden geführt. Im Jahr zuvor hatten hingegen hohe Schäden in Deutschland für ein Ausnahmeergebnis auf gleichem Niveau gesorgt.

Darüber hinaus konnten im letzten Jahr eine besonders hohe Anzahl kleinerer Schäden nicht bei den Rückversicherungspartnern geltend gemacht werden. Zudem lagen die meisten geschädigten Betriebe im Ausland, sodass in Deutschland trotz der hohen Schadenleistungen Steuern in Höhe von 1,7 Mio. Euro fällig wurden. Auch der hohe Anteil von Sturmschäden beeinflusste das Jahresergebnis negativ, da diese nicht über die bereits aus den Vorjahren belasteten Schwankungsrückstellungen für diesen Zweig ausgeglichen werden konnten.

Neben Wettereffekten zusammen mit höheren Pensionsrückstellungen aus dem Tarifabschluss und weiteren gestiegenen Kosten verbuchte die Gartenbau-Versicherung einen Jahresfehlbetrag von 8,8 Mio. Euro. Allerdings verbleiben davon insgesamt 7,7 Mio. Euro über die verpflichtenden Schwankungsrückstellungen als Rücklage im Unternehmen, heißt es weiter. Des Weiteren macht sich auch der Klimawandel in der Bilanz des Spezialversicherers bemerkbar.

„Wir prüfen permanent, wie wir auch in Zukunft für ausreichend Sicherheit zu bezahlbaren Preisen sorgen können. Dazu gehört zum Beispiel, dass sich Wettergefahren in besonders belasteten Regionen künftig noch stärker in den Tarifen widerspiegeln oder dass wir dort höhere Anforderungen an die Konstruktion von Anlagen stellen müssen. Hierzu beraten wir schon heute präventiv vor Ort“, kommentiert Christian Senft, Vorstandsvorsitzender der Gartenbau-Versicherung.

Neben dem Zahlenwerk für 2022 gibt die Gartenbau-Versicherung auch einige Personalia bekannt: Bei den turnusmäßigen Wahlen auf der Mitgliederversammlung wurden die Aufsichtsräte Beate Schönges, Hermann Berchtenbreiter und Lothar Dahs in ihren Ämtern bestätigt. Zudem wurde die Amtszeit zahlreicher Mitgliedervertreter durch die 40-köpfige Versammlung erneuert. Neu zur Wahl als Mitgliedervertreter stellten sich Philipp Schwab, Inhaber einer Baumschule aus Ingolstadt, sowie Inga Balke, Inhaberin einer Gärtnerei in Nützen (Schleswig-Holstein) sowie Geschäftsführerin einer Pflanzenhandelsgesellschaft. Als stellvertretende Mitgliedervertreter kandidierten erfolgreich Obstbaumschule Johannes Schmitt aus dem bayerischen Poxdorf.

Autor: VW-Redaktion

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