Sparkassen für Bündelpaket aus Riester- und Rürup-Rente

Karolin Schriever; Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes. Bildquelle: DSGV

Riester- und Rürup-Rente in einem Paket? Die deutschen Sparkassen können sich dieses Szenario gut vorstellen. „Es geht darum, die Stärken beider Produkte zusammenzufügen“, sagte Karolin Schriever, Vorstandsmitglied des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), dem Handelsblatt.

Die DSGV-Expertin wertet Riester und Rürup als zwei unterschiedliche Produkte, die Nachteile, aber auch positive Elemente hätten. „Auch Menschen mit geringerem Einkommen sollten in die Lage versetzt werden, ergänzend für ihr Alter vorzusorgen. Daran sollten wir festhalten“, erklärt Schriever gegenüber dem Handelsblatt. Generell müssten Sparerinnen und Sparern aber die Möglichkeiten des Kapitalmarkts viel besser zugänglich gemacht werden. „Außerdem sollte das Zulageverfahren weniger bürokratisch werden“, sagte Schriever.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband geht alles zu langsam. In einem Statement vor wenigen Tagen forderte der VZBV eine klare politische Positionierung gegenüber der Riesterrente. „Riester ist gescheitert, darüber brauchen wir nicht mehr monatelang reden“. Nötig sei ein Bekenntnis zum Ende des bisherigen Riester-Systems sowie einem Neustart mitsamt öffentlichem Vorsorgefonds noch in dieser Legislaturperiode, erklärten die Verbraucherschützer zu Beginn der „Fokusgruppe private Altersvorsorge“. Laut VZBV-Vorständin Ramona Pop brauche es ein klares Bekenntnis der Ampel zur notwendigen Grundsatzreform der Zusatzvorsorge und zur Einführung eines Vorsorgefonds.

Aus Sicht des VZBV sei ein öffentlich verantworteter Vorsorgefonds privaten Angeboten wie bei Riester klar überlegen. Laut ZEW bringe eine reine Aktienstrategie im Mittelwert eine rund dreimal so hohe Rente wie eine risikolose Anlage in Anleihen. 

Der GDV indes machte einen Vorstoß in Sachen Bürgerrente, als standardisiertes Altersvorsorgeprodukt für breite Bevölkerungsgruppen „mit unbürokratischer Förderung und nachgelagerter Besteuerung angelegt“. Das GDV-Konzept sieht im Kern vor, dass auf jeden in die Bürgerrente eingezahlten Euro zusätzlich eine Förderung von 50 Cent kommt. Die förderfähigen Beiträge sollen auf vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung begrenzt werden. Um den Beratungsaufwand gering zu halten, soll das Altersvorsorgeprodukt in hohem Maße standardisiert sein und auch digital vertrieben werden können.  

„Eine verglichen mit der Riester-Rente höhere Rendite soll den Vorschlägen der Versicherer zufolge erreicht werden, indem das Garantieniveau abgesenkt wird. So könnten die Beiträge gewinnbringender am Kapitalmarkt angelegt werden, maßgeblich nach nachhaltigen Kriterien. Und um die Bürgerrente auf ein breites Fundament zu stellen, sollen auch Selbstständige, Beamte und Arbeitslose einbezogen werden“, schreibt der GDV in einer Erklärung.

Schriever ihrerseits sagte gegenüber dem Handelsblatt, dass es besser wäre, wenn die Menschen freier über die Garantie entscheiden könnten. „Je nachdem, was für Sie persönlich die passende Lösung ist.“

Autor: VW-Redaktion

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